Medikamentensucht, Medikamentenmissbrauch

Suchterkrankungen: Sucht und Abhängigkeit

Verbunden mit Drogen-Missbrauch

Eine neue Studie, die Drogenkonsum unter jungen Erwachsenen in den zwei größten Städten der USA untersuchte, hat feststellt, dass es sehr verbreitet ist, verschreibungspflichtige Medikamente und verbotene Drogen gleichzeitig zu konsumieren.

Die Experten sagen, dass dies die erste Studie sei, die Missbrauch von rezeptpflichtigen Medikamenten und verbotenen Drogen unter jungen Erwachsenen mit hohem Risiko vergleicht.

Stephen Lankenau, Ph.D., außerordentlicher Professor bei Drexel und leitender Forscher, und Kollegen sagen, dass Therapeuten, die medikamentös behandeln, von diesem Muster wissen sollten, um ihre Klienten wirksamer behandeln zu können.

Lankenau und Kollegen interviewten 596 junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 25, die verschreibungspflichtige Medikamente während der letzten 90 Tage missbraucht hatten.

Drei Risikogruppen

Die Studie enthielt Interviews mit drei Risikogruppen junger Erwachsener: Benutzer von Drogen die gespritzt werden, obdachlose Personen und Polydrug-Benutzer (Benutzer, die mehrere Drogen kombinieren).

Die Forscher entdeckten, dass Drogenbenutzer dazu tendierten, verbotene Drogen mit einem ähnlichen Effekt wie das verschreibungspflichtige Medikament, das sie bereits verwendeten, einzunehmen.

Die zwei Städte zeigten auch kontrastierende Drogenmärkte, welche die Arten der Drogen beeinflussten. New Yorker Teilnehmer missbrauchten häufiger Oxycodon, Heroin und Kokain, während die Los Angeles Teilnehmer häufiger Kodein, Marihuana und Methamphetamin missbrauchten.

Die Forschungsbefunde bestätigen frühere Studien von Lankenau und Kollegen, die zeigten, dass der Pfad zum Drogenmissbrauch mit dem Missbrauch von verschriebenen Opioiden beginnt, gefolgt von injizierten Drogen.
Quelle: Journal of Public Health Research. März 2012

Medikamentenmissbrauch: Das Betäuben von Kindern

Psychopharmaka - Betäubungsmittel

Neue Form der Kindesmisshandlung

Es ist traurig; Kindesmisshandlung betrifft fast eine Million Kinder allein in den Vereinigten Staaten im Jahr.

Laut der American Academy of Pediatrics und dem U.S. Department of Health and Human Services kann Kindesmisshandlung in vier Kategorien eingeteilt werden: Vernachlässigung, physischer Missbrauch, Schändung und emotionaler Missbrauch.

Keine dieser Kategorien schließt jedoch eindeutig die missbrauchende Verwendung von Medikamenten bei Kindern ein.

Eine bald im Journal of Pediatrics herauskommende Studie untersucht die bewusste, arglistige Verwendung von Medikamenten und versucht, Licht in dieses noch wenig beachtete Problem zu bringen.

Dr. Shan Yin von der Universität von Colorado und dem Rocky Mountain Poison Drug Center der Denver Health überprüfte Fälle von pharmazeutischen Missbrauch, die dem National Poison Data System zwischen 2000 und 2008 gemeldet wurden.

Dr. Yin schloss Berichte über die böswillige Verwendung von Alkohol, Schmerzmitteln, Husten- und Grippemedikamenten, Beruhigungsmitteln, Schlaftabletten und Antipsychotika ein.

Von den mehr als 1.400 untersuchten Fällen, führten fast 14 Prozent zu mittelschweren bis schweren Folgen und schlossen den Tod ein. Fast die Hälfte der misshandelten Kinder waren mindestens einem Beruhigungsmittel ausgesetzt.

Motive

Durchschnittlich 160 Fälle einschließlich zweier Todesfälle wurden im Jahr gemeldet. Motive und juristische Befunde waren für diese besonderen Fälle nicht verfügbar; jedoch im Allgemeinen variierten die Motive zum missbrauchenden Gebrauch von Drogen und können Bestrafung, Lust oder den Wunsch nach einer Pause von der Verantwortung der Kinderbetreuung einschliessen.

Diese Studie erläutert den Ernst des missbräuchlichen Gebrauchs von an Kinder verabreichten Medikamenten.

Laut Dr. Yin sollte die arglistige Verabreichung von Pharmaka als eine schwere Form der Kindesmisshandlung betrachtet werden.

Er ermutigt Kinderärzte und medizinisches Notfall-Personal nach dieser Form der Misshandlung Ausschau zu halten, und schlägt die Verwendung umfassender Medikamentenscreenings während der Untersuchung eines Kindes vor, wenn vermutet werden kann, dass es das Opfer eines Medikamenten-Missbrauchs ist.

Dr. Yin warnt auch Eltern, dass die nicht-therapeutische Verwendung von Medikamenten bei Kindern zu ernsten Auswirkungen führen und den Tod einschließen kann.

Quelle: Journal of Pediatrics, Juli 2010

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