Nikotinpflaster gegen Rauchen

Suchtkrankheiten und Abhängigkeit

Anwendung, Anleitung

Ein Nikotinpflaster zu verwenden, bevor man mit dem Rauchen aufhört, kann die Erfolgsquoten verdoppeln laut Forschern. Ihre letzten Befunde weisen aber daraufhin, dass die Beipackzettel von Nikotinpflastern darauf hinweisen sollten.

"Zur Zeit wird empfohlen, das Nikotinpflaster anzuwenden, nachdem man mit dem Rauchen aufgehört hat", erklärt Jed Rose, Direktor des Duke Centers für Nikotin- und Rauchforschung und Hauptautor der Studie, die online in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nicotine and Tobacco Research herausgegeben wurde.

Gegenwärtige Anleitung

Die gegenwärtige Anleitung ergab sich aus der Annahme, dass die gleichzeitige Anwendung eines Nikotinpflaster - während man noch raucht - zu einer Nikotinüberdosis führen könnte. Doch scheint der gleichzeitige Gebrauch von Nikotinpflaster und Zigaretten sicher zu sein.

Anwendung vor dem Aufhören

Raucher, die das Nikotinpflaster vor dem Aufhören anwenden, werden wahrscheinlich die Anzahl der Zigaretten spontan reduzieren, die sie rauchen, weil das Nikotinpflaster ihr Bedürfnis nach Nikotin befriedigt und das Rauchen weniger lustvoll macht, sagt er. Es vermindert auch Entzugserscheinungen.

Doch fürchten Raucher die Anwendung des Nikotinpflasters, weil die gegenwärtige Anleitung den Benutzern während der Behandlung empfiehlt, nicht zu rauchen, sagt Rose.

"Dies zeigt, warum unsere Studie so wichtig ist. Sie verstärkt die Befunde vorheriger Studien, die den Wert der Nikotinpflaster-Therapie zeigen, und demonstriert, dass der Gebrauch eines Nikotinpflasters einen bedeutenden Unterschied beim Aufhören machen kann."

Erfolgsaussichten

Fast 25 Prozent der Leute rauchen weiter trotz der bekannten Gesundheitsrisiken laut einer bereits publizierten Forschung. Und, bis zu 90 Prozent der Raucher, die Nikotinersatztherapie erhalten, werden innerhalb eines Jahres rückfällig.

Quelle: Nicotine and Tobacco Research 2009

Im Vergleich mit Nikotinersatztherapie und Vareniclin

28.01.2016 Forscher der University of Wisconsin verglichen die Wirksamkeit verschiedener pharmakologischer Nikotinentzugstherapien.

Zwei Pharmakotherapien gegen das Rauchen scheinen besonders wirkungsvoll zu sein laut dem Studienleiter Timothy B. Baker: kombinierte Nikotinersatztherapie (k-NET) und Vareniclin (Handelsname in Europa ist Champix).

Weil Vareniclin und k-NET sich bei den Kosten, der Notwendigkeit eines Rezeptes und der laufenden Überwachung unterscheiden, scheint eine direkte randomisierte klinische Vergleichsstudie notwendig, um ihre Wirksamkeit zu vergleichen.

Die beiden Behandlungsformen wurden in dieser Studie mit einer Nikotinpflaster-Monotherapie verglichen, die als normale Standardmedikation betrachtet werden kann laut den entsprechenden Hintergrundinformationen der in der Zeitschrift JAMA veröffentlichten Studie.

Vergleichsgruppen

Die Forscher teilten die Raucher einer von drei 12-wöchigen Behandlungsgruppen zu:

  1. Nikotinpflaster allein (n = 241 Teilnehmer),
  2. Vareniclin allein (inklusive 1 prequit Woche; n = 424 Raucher) und
  3. k-NET (Nikotinpflaster + Nikotin-Lutschtablette; n = 421).
Es wurden zusätzlich sechs beratende Sitzungen angeboten.

Resultate

Die Forscher stellten fest, dass sich die Behandlungen nicht bedeutend bei der erreichten Abstinenz unterschieden: weder nach 26 noch nach 52 Wochen; inklusive Punkt-Prävalenz Abstinenz nach 26 Wochen (Nikotinpflaster: 23%, Vareniclin: 24%, k-NET: 27%) oder 52 Wochen (Nikotinpflaster: 21%; Champix: 19%, k-NET: 20%).

Alle Medikamente wurden gut toleriert, doch bei Vareniclin wurde über mehr der 'häufigen' Nebenwirkungen berichtet als beim Nikotinpflaster: lebhafte Träume, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Verstopfung, Schläfrigkeit und Magenverstimmung.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: University of Wisconsin, JAMA; Jan. 2016

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