Stalker: Täter-Typen, Profile, Kennzeichen

Stalker: Täter-Typen, Profile, Kennzeichen

Täter-Typen, Profile

Ein Forscherteam der Psychologen Mullen, Pathe und Purcell (Cambridge University Press, 2000) haben 6 Täter-Typen bzw. Profile von Stalkern vorgeschlagen, wobei sie deren Motivation und Bindungsverhalten kategorisierten:

  • Beziehungssuchende Stalker: Der Stalker befindet sich aufgrund einer Fehlwahrnehmung der Beziehungsbereitschaft des Opfers oft im Liebeswahn, und seine Zielperson ist im persönlichen Umfeld zu finden.
  • Erotomane, morbide, krankhafte Stalker: Täter-Typ sucht seine Opfer im persönlichen Umfeld zu kontrollieren, dominieren.
  • Intellektuell minderbemittelte Stalker: Der Täter weist eine geringe Sozialkompetenz auf und überschreitet leicht soziale Grenzen; die Opfer befinden sich im persönlichen und weiteren Umfeld z.B. Nachbarschaft der Täter.
  • Rachsüchtige Stalker: Täter-Typus sieht sich selbst als Opfer (z.B. des Opfers, das er/sie stalkt); Opfer kann jeder werden.
  • Sadistische Stalker: Täter-Typ sucht Befriedigung durch Stalking seiner Opfer im persönlichen und weiteren Umfeld.
  • Zurückgewiesene Stalker: Die Opfer sind meist die Ex-Partner oder Freunde und die Motivation der Täter ist, das Opfer zu demütigen.

Kennzeichen: Niedrige Herzrate verbunden mit Stalking-Verhalten bei Männern

11.05.2017 Ein niedriger Ruhepuls – der auch schon mit aggressivem und gewalttätigem Verhalten verknüpft wurde – scheint ein Kennzeichen bei männlichen Stalkern zu sein laut einer im Fachblatt Journal of Interpersonal Violence veröffentlichten Studie.

Autonomes Nervensystem

Die Studie der Wissenschaftler um Danielle Boisvert vom Fachbereich Psychologie der Sam Houston State University bringt damit zum ersten Mal den biologischen Faktor des Ruhepulses in Verbindung mit Stalking-Verhalten und unterstützt Forschungsergebnisse, die Funktionen des autonomen Nervensystems mit antisozialen Verhaltensweisen verknüpfen.

Die Studie stellte fest, dass Männer mit einer niedrigen Herzrate im Ruhezustand eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit für Stalkingverhalten zeigten.

Arousal-Theorie

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Bild: Jake Heckey

Basierend auf der Arousal-Theorie (Erregungstheorie) sind Menschen mit einem niedrigeren Arousal-Level weniger ängstlich, suchen eher Stimuli zur Erregung (z.B. Jagd nach Opfern) und zeigen eher impulsives Verhalten.

Teilnehmer, deren Herzfrequenz eine Standardabweichung oder mehr unter dem Durchschnitt betrug, stalkten fast dreimal so häufig im Vergleich zu allen anderen Teilnehmern, was nahelegt, dass ein niedriger Pulsschlag mit einer erhöhten Prävalenz von Stalking einhergeht, sagte Boisvert.

Geschlechtsspezifischer Zusammenhang

Insgesamt weisen die Ergebnisse der psychologischen Studie darauf hin, dass eine niedrigere Herzrate zwar generell eher mit Aggression und antisozialem Verhalten bei beiden Geschlechter verbunden ist, der aktuelle Zusammenhang mit diesem Kennzeichen aber bei Stalking eher geschlechtsspezifisch sein könnte, sagte die Psychologin.

In der Studie wurden 384 Universitätsstudenten zu Stalking-Verhaltensweisen befragt und deren Herzschlagfrequenz in Ruhe aufgezeichnet. Teilnehmer wurden gefragt, ob sie einer Person folgten, sie beobachteten oder nachspionierten, oder über verschiedene Wege versuchten mit ihr gegen ihren Willen zu kommunizieren. In der Probe gaben 32 Teilnehmer (15 Frauen) an, sie würden als Täter Stalking-Verhalten an den Tag legen. Zum Täter-Typus schreibt die Studie nichts.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Sam Houston State University, Journal of Interpersonal Violence – DOI: 10.1177/0886260517698823; Mai 2017

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