Tod von Angehörigen

Tod von Angehörigen

Sozialpsychologie – Thanatopsychologie

Wenn der Ehegatte stirbt, helfen Freunde besser als Verwandte

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Wenn der Partner stirbt, werden bei der/dem Hinterbliebenen oft immens starke Emotionen über den Verlust der eng vertrauten Person wach.

Eine neue in Health Psychology veröffentlichte Studie, stellte nun fest, dass es für die langfristige Gesundheit vorteilhafter ist, wenn man sich einem guten Freund statt einem nahen Verwandten zuwendet.

Freundschaften werden gewählt, während Familienangehörige verpflichten; und frühere Forschungsstudien haben gezeigt, dass obligatorische Beziehungen (eben wie zu den Verwandten) weniger fördernd in stressigen Zeiten sind als die Beziehungen zu den Freunden, sagte Studienkoautorin Jamila Bookwala, Psychologieprofessorin am Lafayette College in Easton, USA.

Bookwala und ihr Team verfolgten fast 750 US-Amerikaner – hauptsächlich ältere Frauen – von 1992 bis 2004. Die Forscher untersuchten die Verbindung zwischen besserer physischer Gesundheit und der Gegenwart eines nahen Vertrauten.

Es zeigte sich, dass diejenigen, die emotionale Unterstützung von Verwandten erhielten, sich gesundheitlich nicht so gut entwickelten wie jene, die von ihren Freunden gestützt wurden.

Die Beziehungen zu Familienangehörigen sind eher durch zwiespältige Emotionen charakterisiert als die zu Freunden, sagte Bookwala. Solch eine Ambivalenz – sich einer Person sowohl nah als auch sich von ihr belästigt zu fühlen – kann selbst innerhalb vertrauter Beziehungen zu Familienmitgliedern auftreten. Diese Ambivalenz kann die positiven Auswirkungen der Hilfe, Unterstützung durch die Verwandten, verringern.

Aber eine enge Beziehung zu einem/r Freund/in „ist eher weniger emotional komplex und weniger ambivalent“, sagte sie.

Als Ergebnis, erklärt Bookwala, ist es der eigenen Gesundheit dienlicher, sich in dieser sehr belastenden Zeit einem Freund anzuvertrauen. Und dies kann eben erklären, warum die Hilfe eines Familienmitglieds eher zu keinen protektiven Gesundheitsnutzen führt, wenn der Gatte gestorben ist.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Health Psychology, Juni 2014

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