Essverhalten / Essgewohnheiten III (Psychologie)

Essverhalten / Essgewohnheiten am Tisch

Gesundheitspsychologie

News und Forschungsartikel, die sich mit der Psychologie des Essens beschäftigen.

Männer essen mehr, wenn Frauen am Tisch sitzen

18.11.2015 Eine neue Studie der Cornell Universität hat ein merkwürdiges Essverhalten bei Männern festgestellt: Sie nehmen bedeutend mehr Nahrung in der Gesellschaft von Frauen auf als in der von anderen Männern.

Für die in der Zeitschrift Evolutionary Psychological Science veröffentlichte Studie beobachteten die Forscher 105 Erwachsene beim Mittagessen an einem italienischen All-you-can-eat-Buffet. Sie zeichneten die Anzahl der Pizzastücke und die Salat-Schüsseln auf, die jeder Gast aß; sowie das Geschlecht des Partners / der Partnerin, mit dem jeder Gast zusammen saß.

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Bild: Andy Plotzky

Vor dem Verlassen des Restaurants wurden die Gäste von einem Forscher abgefangen und zu ihrem Sättigungsgefühl und ihrem Empfinden zu Hast und Wohlbefinden während des Essens befragt.

Männer, die mit mindestens einer Frau speisten, aßen 93% mehr Pizza und 86% mehr Salat als Männer, die ausschließlich mit anderen Männern am Tisch saßen.

Bei den Frauen unterschied sich die Menge nicht: Sie aßen in Anwesenheit von anderen Frauen oder Männern gleich viel. Aßen sie mit Männern, hatten viele Frauen das Gefühl, zuviel zu essen und durch ihre Mahlzeit gehetzt zu werden.

„Diese Befunde legen nahe, dass Männer eher zu viel essen, um zu imponieren – Sie können diese Tendenz bei Essenswettbewerben beobachten, bei denen fast immer hauptsächlich männliche Teilnehmer auftreten“, erklärt Studienautor Kevin Kniffi.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Cornell Universität, Evolutionary Psychological Science; Nov. 2015

Wie die Beleuchtung in Restaurants unser Essverhalten beeinflusst

28.05.2016 Die Beleuchtung in Restaurants beeinflusst die Nahrungsaufnahme: Bei gedämpftem Licht essen wir langsamer und letztlich weniger als in helleren Restaurants, aber beeinflusst die Beleuchtung auch, wie gesund wir bestellen?

Gesündere Speisen aufgrund erhöhter Wachsamkeit

Eine in der Zeitschrift Journal of Marketing Research veröffentlichte Studie der Universität South Florida und des Cornell Food and Brand Lab zeigt, dass Personen, die in gut beleuchteten Räumen speisen, mit etwa 16-24 % größerer Wahrscheinlichkeit gesunde Nahrungsmittel bestellen als diejenigen, die in halbdunklen Räumen essen.

Außerdem fanden die Forscher Belege dafür, dass diese Wirkung hauptsächlich auf das Ausmaß der Wachsamkeit der Tischgäste zurückzuführen ist.

„Wir sind aufmerksamer in helleren Räumen und neigen deshalb zu gesünderen, vorausschauenden Entscheidungen“, erkläre Studienautor Dr. Dipayan Biswas.

Zuerst untersuchten die Forscher im Feldversuch die Bestellungen in 160 Restaurants einiger Restaurantketten.

Die Hälfte der Teilnehmer aßen in helleren Zimmern; und diese bestellten eher gesündere Lebensmittel (wie gegrillter/gebackener Fisch, Gemüse oder weißes Fleisch) und weniger ungesündere Dinge (wie Frittiertes oder Desserts).

Kalorienreichere Bestellungen im Dunkeln

Außerdem zeigten die Quittungen, dass die in dunkel beleuchteten Räumen tatsächlich im Schnitt 39 % mehr Kalorien bestellten! In vier weiteren Labor-Studien mit 700 Universitätsstudenten konnten die Forscher diese Ergebnisse wiederholen.

Die Anschlußstudien ergaben, dass, wenn die Aufmerksamkeit der Tischgäste erhöht wurde (durch ein Koffein-Placebo oder durch eine einfache Aufforderung), diejenigen in den halbdunklen Räumen ähnlich gesunde Nahrungsmittel bestellten wie die in den hell ausgeleuchteten Räumen speisenden Teilnehmer.

Daher nehmen die Wissenschaftler an, dass der Hauptgrund für die gesündere Lebensmittelauswahl in hellen Räumen unsere Aufmerksamkeit ist.

Vorteile des Speisens im halbdunklen Ambiente

Die Beleuchtung wird eingesetzt, um ein stimmungsvolles Ambiente zu schaffen und das kulinarische Erlebnis zu verstärken, weshalb in vielen Restaurants gedämpftes Licht vorzufinden ist.

„Dunkle Beleuchtung ist nicht gänzlich schlecht“, sagt Koautor Brian Wansink. Trotzdem man eher ungesündere Nahrungsmittel wählt, isst man tatsächlich langsamer und letztlich weniger, und man genießt das Essen mehr, sagte er.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Universität South Florida, Cornell Food and Brand Lab, Journal of Marketing Research, DOI:10.1509/jmr.14.0115; Mai 2016



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