Zur Psychologie des Impfverhaltens

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Gesundheitspsychologie – Stoffwechsel

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Grippeimpfung: Warum sich manche dafür und andere dagegen entscheiden

23.06.2015 Forscher der Universität von Georgia untersuchten die Daten aus 29 Studien der U.S. Centers for Disease Control and Prevention (CDC) der USA, um herauszufinden, warum sich Menschen gegen bzw. für eine Grippeimpfung entscheiden.

Einer der wichtigsten Befunde war, dass persönliche Erfahrungen bei den meisten Menschen am stärksten die Entscheidung beeinflussten, sagte Studienautor Glen Nowak in der Zeitschrift Vaccine. Deshalb haben es Versuche nicht leicht, die Menschen zu einem bestimmten Verhalten hinsichtlich des Impfens zu überzeugen, denn es ist schwer, gegen persönliche Erfahrungen anzutreten.

impfung
Bild: Pixaline (pixabay)

Die Gründe, sich impfen zu lassen

Die Forscher stellten fest, dass sich Menschen aus folgenden Gründen impfen lassen. Weil:

  • Sie glauben, dass sie anfälliger für eine Grippe sind.
  • Sie glauben: die Impfung ist wichtig und wirkt.
  • Sie älter sind oder eine chronische Erkrankung haben.
  • Ihr Arzt es ihnen empfohlen hat.
  • Sie eine schlimme Grippe oder eine Grippe-ähnliche Krankheit mitgemacht haben.
  • Sie zeigten sich gegenüber einer aktiven Grippeimpfung-Werbekampagne empfänglich.
  • Sie haben einen bequemen und leichten Zugang zum Grippeimpfstoff.

Die Gründe, sich nicht impfen zu lassen

Die Hauptgründe, warum sich die Menschen nicht impfen lassen wollten, waren:

  • Sie glauben – oftmals als Folge der persönlichen Erfahrung, dass Grippe eine „handhabbare Krankheit“ ist.
  • Sie glauben nicht, dass die Grippeimpfempfehlungen für sie gelten.
  • Sie glauben nicht, dass Grippeimpfstoffe wirkungsvoll sind.
  • Sie haben Angst, die Grippe durch den Impfstoff zu bekommen.
  • Sie glauben, dass andere Mittel wirkungsvoller sind.
  • Sie haben eine negative persönliche Erfahrung mit dem Impfstoff gemacht.

Eine der größten Überraschungen der Forschungsstudie beinhaltete die Wahrnehmungen der Angehörigen des Gesundheitswesens und deren Sicht auf die Grippeimpfungen.

Einige Gesundheitsdienstleister wussten zwar, dass sie die Grippe bekommen können, aber gestanden sich nicht ein, dass sie sie auch übertragen können, sagte Nowak. „Sie betrachteten die Patienten als Bedrohung, aber nicht sich selbt, weswegen sie sich selbst oftmals nicht impfen ließen.“

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Universität von Georgia, Vaccine; Juni 2015

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