Intelligenz und Cannabis, Marihuana

Psychologie-Lexikon – Intelligenz

Intelligenz, Intelligenzquotient (IQ)
Marihuana, Cannabis





Marihuana-Konsum und IQ-Rückgang

19.01.2016 Gibt es eine Verbindung zwischen Marihuana-Konsum und dem Rückgang der schulischen Intelligenz (IQ)? Eine neue Studie untersuchte die Annahme (und Ergebnisse früherer Studien), dass das Rauchen von Marihuana während des Heranwachsens die Intelligenz (genauer den IQ) verringert.

Für die neue Arbeit überprüften die Forscher Daten aus zwei großen US-Zwillingsstudien mit 3.066 Teilnehmern. Deren IQ wurde mit einer Batterie Intelligenztests im Alter zwischen 9 und 12 erfasst – also bevor sie Marihuana konsumiert hatten – und erneut im Alter zwischen 17 und 20.

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Sie verfolgten die Änderungen der Testergebnisse und untersuchten, ob die Trajektorien (Entwicklungsverläufe) für die Konsumenten von Marihuana schlechter verliefen als für die Nicht-Konsumenten.

Ergebnisse

Die meisten Tests ergaben, dass es keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen gab, aber die Konsumenten schnitten schlechter bei Vokabeltest und Test auf Allgemeinwissen ab als die Abstinenzler.

Wenn das Rauchen von Cannabis schlechtere Testergebnisse mit sich bringt, so die Forscher, dann müssten Personen, die mehr oder / und öfter rauchten, schlechtere Ergebnisse zeigen als Teilnehmer, die weniger geraucht hatten. Aber die Daten konnten dies nicht bestätigen.

Tatsächlich zeigten selbst Teilnehmer keine Verschlechterung, die mehr als 30-mal so viel oder täglich über eine Spanne von 6 Monaten geraucht hatten.

Zwillingspaare

Die Studie sah sich auch 290 Zwillingspaare an, bei denen einer Cannabis geraucht hatte, der andere aber nicht. Sie waren zusammen aufgewachsen und 137 Sätze waren identische Zwillinge, so dass sie dieselbe DNS teilten. Auch hier schnitten die Marihuana-Raucher nicht schlechter ab als ihre sich enthaltenden Geschwister.

Studienautor Psychologe Joshua Isen von der Loyola Marymount University schloss in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences, dass das Rauchen von Pot selbst wohl nicht für die Rückgänge bei den Testergebnissen (früherer Studien) verantwortlich scheint.

Möglicherweise ist Marihuana-Konsum nur ein Symptom für etwas anderes, das für den Effekt auf die Intelligenz in früheren Studien verantwortlich ist, sagte er. Ein Heranwachsender mit einem Risiko für das Rauchen von Cannabis würde möglicherweise den Rückgang beim IQ zeigen, ob er es nun raucht oder nicht.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Loyola Marymount University, Proceedings of the National Academy of Sciences; Jan. 2016

Rückgang des Intelligenzquotienten bei Jugendlichen nach häufigem Cannabiskonsum

01.02.2021 Jugendliche, die häufig Cannabis konsumieren, weisen im Laufe der Zeit einen Rückgang des Intelligenzquotienten (IQ, also der schulischen Intelligenz) auf. Die Ergebnisse der Forschung geben weitere Einblicke in die schädlichen neurologischen und kognitiven Auswirkungen von häufigem Cannabiskonsum auf junge Menschen.

Die von Forschern der RCSI University of Medicine and Health Sciences geleitete Studie wurde in Psychological Medicine veröffentlicht.

Rückgang von etwa 2 IQ-Punkten

Die Ergebnisse zeigen, dass es bei häufig Cannabis konsumierenden Personen im Vergleich zu denjenigen, die kein Cannabis konsumieren, im Laufe der Zeit zu einem Rückgang von etwa 2 IQ-Punkten kam. Weitere Analysen legen nahe, dass dieser Rückgang an IQ-Punkten in erster Linie mit der Verringerung des verbalen IQ zusammenhing.

Die Forschung von Dr. Emmet Power und Kollegen umfasste eine systematische Überprüfung und statistische Analyse von sieben Längsschnittstudien, an denen 808 junge Menschen, die mindestens sechs Monate lang wöchentlich Cannabis konsumierten, und 5.308 junge Menschen, die kein Cannabis konsumierten, teilnahmen.

Um in die Analyse einbezogen zu werden, musste jede Studie einen IQ-Basiswert vor Beginn des Cannabiskonsums und einen weiteren IQ-Wert bei der Nachuntersuchung aufweisen.

Die Jugendlichen wurden im Durchschnitt bis zum Alter von 18 Jahren verfolgt, obwohl eine Studie die Daten der Jugendlichen bis zum Alter von 38 Jahren erfasste.

Schulische und berufliche Erfolge

Frühere Forschungen zeigen, dass junge Menschen, die häufig Cannabis konsumieren, weniger Erfolge im Leben erzielen als ihre Altersgenossen und ein erhöhtes Risiko für schwere psychische Erkrankungen wie Schizophrenie haben, schreiben die Forscher.

Der Verlust von IQ-Punkten in jungen Jahren könnte erhebliche Auswirkungen auf die Leistungen in der Schule und in weiterführenden Schulen sowie auf die späteren Berufsaussichten haben, kommentierte die leitende Autorin der Studie Mary Cannon.

Cannabiskonsum in der Jugend ist sehr besorgniserregend, da das sich entwickelnde Gehirn in dieser Zeit besonders anfällig für Schäden sein kann, sagte Power.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Psychological Medicine (2021). DOI: 10.1017/S0033291720005036



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