Zuschauereffekt / Bystander-Effekt Psychologie

Sozialepsychologie

Definition des Bystander-Effekts

Der Zuschauer-Effekt oder die Zuschauer-Apathie ist ein sozialpsychologisches Phänomen, bei dem Individuen weniger wahrscheinlich enem Opfer Hilfe anbieten sollen, wenn andere Menschen anwesend sind. Je größer die Anzahl der Zuschauer, desto unwahrscheinlicher sei es, dass einer von ihnen hilft.

Mehrere Faktoren sollen zum Zuschauer-Effekt (engl.: bystander effect) beitragen, darunter Ambiguität, Gruppenzusammenhalt und Diffusion von Verantwortung, die die gegenseitige Verleugnung der Ernsthaftigkeit einer Situation verstärken sollen.

Psychologische Studie zum Zuschauereffekt: Umstehende greifen ein, um Opfern aggressiver öffentlicher Streitigkeiten zu helfen

26.06.2019 Zuschauer greifen in neun von zehn öffentlichen Kämpfen ein, um Opfern von Aggression und Gewalt zu helfen, berichten Psychologen in American Psychologist.

Die sozialpsychologischen Befunde kippen den Eindruck des "Walk on by Society" und des Zuschauereffekts, bei dem die Opfer von den Zuschauern ignoriert werden.

Hilfe umstehender Zuschauer

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Bild: Carlo Sardena

Stattdessen fand das internationale Forscherteam heraus, dass mindestens ein Zuschauer - aber normalerweise mehrere - etwas tat, um zu helfen. Und mit zunehmender Anzahl von Zuschauern ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass zumindest jemand eingreift, um zu helfen.

Richard Philpot vom Fachbereich Psychologie der Universität Kopenhagen und Kollegen untersuchten Videoaufnahmen von 219 Auseinandersetzungen und Überfällen in den Innenstädten von Amsterdam, Lancaster und Kapstadt.

In 91% der Fälle griffen Zuschauer, die den Vorfall beobachteten, auf unterschiedliche Weise ein, einschließlich:

Zum Bystander-Effekt: Eher Hilfe bei mehr Umstehenden

Die Forschung zeigte ferner, dass ein Opfer eher Hilfe erhielt, wenn eine größere Anzahl von Zuschauern anwesend war.

Die wichtigste Frage für das potenzielle Opfer eines öffentlichen Überfalls lautet: Erhalte ich in der Not Hilfe? Mehr Menschen in der Nähe können die Wahrscheinlichkeit einer individuellen Hilfeleistung verringern (d.h. durch den Zuschauer-Effekt), aber sie bieten auch einen größeren Pool, aus dem Hilfe bezogen werden kann, schreibt Philpot.

Die Studie ergab auch KEINE Unterschiede in den Interventionsraten zwischen den drei Städten, obwohl die Innenstadt von Kapstadt allgemein als weniger sicher angesehen wird. Forscher gehen davon aus, dass es nicht das Ausmaß der wahrgenommenen Gefahr ist, das die Gesamtrate der Hilfe bestimmt, sondern es ist ein deutliches Signal, dass die Situation konfliktträchtig ist und eine Intervention erfordert, schließen die Psychologen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: American Psychologist - DOI: 10.1037/amp0000469

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