ADHS-Risiko höher bei benachteiligten Kindern

ADHS-Risiko höher bei benachteiligten Kindern

Hyperkinetische Störungen

01.12.2013 Ein neuer Bericht aus dem Vereinigten Königreich sagt, dass Kinder aus sozial und finanziell benachteiligten Familien ein höheres Risiko für die Entwicklung einer Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) haben.

Ein Team der Universität Exeter überprüfte Daten von mehr als 19.500 Kindern, die zwischen 2000 und 2002 im Vereinigten Königreich geboren wurden.

ADHS-Risiko höher bei benachteiligten Kindern

Die Befunde

  • Wie im Journal of Child Psychology and Psychiatry berichtet, entdeckten die Forscher, dass mehr Kinder mit ADHS aus Familien kamen, deren Einkommen unterhalb der Armutsgrenze lag.
  • Die Studie ergab, dass Kinder, die mit ihren Eltern in Sozialwohnungen lebten, ein dreimal höheres Risiko für ADHS hatten als Kinder, deren Eltern ein Eigenheim besaßen.
  • Das Forscherteam stellte auch fest, dass das Risiko für ein Kind mit ADHS für jüngere Mütter bedeutend höher war als für ältere Mütter.
  • Und die Befunde ergaben, dass die Kinder, deren Mütter nicht die Hochschule absolvierten, mehr als doppelt so wahrscheinlich ADHS hatten, als Kinder, deren Mütter die Hochschule abschlossen.
  • Alleinerziehende Eltern hatten ebenfalls eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein Kind mit einer ADHS-Diagnose.

Die Kinder waren zu den Zeitpunkten, als die Daten erhoben wurden: neun Monate, sowie drei, fünf, sieben und 11 Jahre alt.

ADHS ist nicht nur genetisch bedingt

Die Studienleiterin Ginny Russell sagte, „es gibt ein genetisches Element bei ADHS, aber diese Studie liefert starke Hinweise darauf, dass ADHS auch mit einem sozial und ökonomisch benachteiligten Hintergrund verbunden ist.

„Einige glauben, dass ADHS bei Kindern einen finanziellen Nachteil für die Familie verursacht, aber wir fanden keine Belege für diese Theorie. Es ist wichtig, mehr über die Ursachen für diese Störung zu entdecken, so dass wir eine bessere Prävention, Behandlung und Unterstützung liefern können.“

© PSYLEX.de – Quellenangabe: University of Exeter, Nov. 2013

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