Pflegende Familienangehörige von Sterbenden mit Depressionen

Pflegende Familienangehörige von Sterbenden mit Depressionen

Psychische Krankheiten: Sozialpsychologie

Familienangehörige, die ihre sterbenden Verwandten pflegen

Pflege für Familienmitglieder, die eine terminale Krankheit haben, ist eine beschwerliche und oft undankbare Aufgabe. Eine neue Studie zur Familienpflege von Menschen mit ALS [ALS – Abkürzung von: Amyotrophe Lateralsklerose] stellt fest, dass die pflegenden Personen (hauptsächlich Ehegatten) mit hoher Wahrscheinlichkeit depressiv sind und sich überlastet fühlen.

Jedoch scheint dadurch die Lebensqualität für die Person, um die sich gekümmert wird, d.h. des Patienten, erhalten zu werden. Von der Studie wurde in der März-Ausgabe von Neurology, der wissenschaftlichen Zeitschrift der American Academy of Neurology berichtet.

Wichtigkeit der psychischen Verfassung der Pfleger

Da es Belege gibt, dass der geistige Status einer pflegenden Person sehr die ALS Patienten beeinflusst, zeigen diese Befunde, dass der physische und psychologische Zustand eines Pflegers nicht übergangen werden sollte bei der Planung einer Pflege, sagte der Verfasser der Studie Adriano Chio MD.

Forscher interviewten 31 pflegende Personen von ALS-Patienten am Anfang und Ende einer neunmonatigen Studie. Paare wurden auf depressive Störungen und Lebensqualität untersucht. Die Forscher prüften auch das Gefühl der Belastung der pflegenden Person zusammen mit der selbstwahrgenommenen Last des Patienten.

Zunahme von Belastung und Depression unter Pflegern

Die Studie fand über die neun Monate eine bedeutsame Zunahme von Belastung und Depression unter den Pflegern; unter den ALS-Patienten blieben Depression, Lebensqualität und selbstwahrgenommene Last praktisch unverändert.

Leichte bis schwere Depression unter Pflegern sprang von 9,7 Prozent auf 19,3 Prozent. Sich stark belastet zu fühlen, nahm um 11 Prozent unter den Pflegern zu mit der häufigsten Klage, nicht genug Zeit für sich zu haben. Die Lebensqualität fiel unter den Pflegern leicht.

Chio sagte, dass mehrere Faktoren zu Lebensqualität und Depression bei den Patienten mit ALS beitragen, eingeschlossen das Wissen um die tödliche Krankheit und auch möglicherweise eine kognitive Beeinträchtigung.

Die Studie hat auch herausgefunden, dass die Lebensqualität höher bei den Pflegern als bei den Patienten am Anfang der Studie war; am Ende war die Lebensqualität bei den Patienten aber höher eingeschätzt worden.

Quelle: Archives of General Psychiatry – 2007

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