Interne Konflikte behindern Depressive

Interne Konflikte behindern Depressive

Depressive Störung – Behandlung/Therapie

24.04.2014 Woran liegt es, dass es Depressive nicht schaffen, Ihre Stimmung zu heben? Guillem Feixas und seine Kollegen von der Barcelona Universität untersuchten, wie die Konstruktion der Realität sich auf die Depression auswirken kann.

Guillem erklärte im British Journal of Clinical Psychology: „Menschen leiden aus verschiedenen Gründen unter Depressionen und die Betroffenen haben den starken Wunsch, ihr geistiges Wohlbefinden zu verbessern. Jedoch gerät der Wunsch nach einer Veränderung manchmal in Konflikt mit dem Wunsch nach persönlicher Kohärenz („sich als zusammenhängend“ zu fühlen) und der Aufrechterhaltung der Identität.

Repertory Grid-Technik

„Theorien über den Einfluss der internen Konflikte bei psychischen Störungen gibt es schon seit vielen Jahren. Trotzdem wurden nur wenige Methoden zur Erfassung dieser Konflikte entwickelt. Ziel dieser Studie war es, die Relevanz der kognitiven Konflikte bei depressiven Menschen mit der Repertory Grid-Technik (RGT), die die Identifizierung der kognitiven Konflikte des Patienten mit dessen eigenen Worten ermöglicht.“

161 Menschen mit Depression wurden mit der Grid-Technik befragt und analysiert. Beim Vergleich mit 110 Kontrollteilnehmern stellten die Forscher bei mehr als zwei Dritteln der depressiven Teilnehmern implikative Dilemmata fest – im Gegensatz zu etwa einem Drittel bei den Kontrollteilnehmern.

Implikatives Dilemma

Ein implikatives Dilemma ist ein kognitiver Konflikt, bei dem eine gewünschte Änderung eines Konstrukts (z.B. „traurig vs. glücklich“) mit einer ungewollten Auswirkung auf ein anderes Konstrukt verbunden ist, für das eine Änderung gewünscht wird (z.B. „sich um andere kümmern vs. egoistisches Handeln“). Eine Veränderung erreichen (wie z.B. glücklicher werden) beinhaltet eine unerwünschte Veränderung in der Selbstidentität (wie z.B. egoistischer werden), laut den Teilnehmern.

Guillem schloss: „Wir stellten fest, dass die depressiven Teilnehmer eine höhere Zahl implikativer Dilemmata hatten als die Kontrollgruppe. Mit anderen Worten: Die Betroffenen haben den Wunsch nach Veränderung, aber sind letztlich besorgt, wie dies ihre Identität beeinflussen wird (interner Konflikt). Dies hilft, die Schwierigkeiten zu erklären, auf die Therapeuten häufig stossen, wenn sie bei depressiven Patienten therapeutische Veränderungen erreichen wollen.

„Deshalb wäre es in der Therapie nützlich, wenn man sich auf die Konfliktlösung konzentrieren würde; die wünschenswerten Veränderungen bei Verhalten und Stimmung mit dem Bedürfnis nach Kohärenz der Identität kompatibel zu machen. Zum Beispiel, könnten psychologische Interventionen Dilemmata als therapeutisches Ziel fokussieren, und so Therapeuten ermöglichen, die Behandlung individuell auf die eigenen Erfahrungen ihrer Patienten anzupassen.“

Quelle: Universitat de Barcelona, April 2014

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