Bartonella bei Schizophrenie

Bartonella bei Schizophrenie

Psychische Störungen – Schizophrene Störungen – Ursachen

Pilotstudie findet Hinweise auf Bartonella-Infektion bei Schizophrenie-Patienten

03.04.2021 Eine Pilotstudie der North Carolina State University und der University of North Carolina in Chapel Hill hat Hinweise auf eine Bartonella-Infektion im Blut von Menschen mit Schizophrenie oder schizoaffektiver Störung entdeckt.

Katzen mit Bartonellen

Bartonellen sind Bakterien, die historisch mit der Katzenkratzkrankheit in Verbindung gebracht werden, von der man bis vor kurzem annahm, dass sie nur eine kurzlebige (oder selbstlimitierende) Infektion ist. Katzen können sich durch den Kontakt mit Flöhen und möglicherweise Zecken, die natürliche Überträger der Bakterien sind, mit Bartonellen infizieren. Die Katze ist ein Wirt für mindestens drei der 40 bekannten Bartonella-Arten: Bartonella henselae, Bartonella clarridgeiae und Bartonella koehlerae.

Das Forscherteam um Erin Lashnits von der North Carolina State University untersuchte eine Gruppe von 17 Personen mit stabiler, medikamentös behandelter Schizophrenie oder schizoaffektiver Störung sowie eine Kontrollgruppe von 13 gesunden Erwachsenen auf Anzeichen einer Bartonella-Infektion.

Alle Teilnehmer füllten Fragebogen zum Schweregrad der Symptome und zur möglichen Bartonella-Exposition aus. Den Teilnehmern wurden zweimal im Abstand von einer Woche Blutproben entnommen. Die Proben wurden in einem Wachstumsmedium kultiviert, und sowohl die kultivierten als auch die Vollblutproben wurden in sieben-, 14- und 21-tägigen Abständen mittels qPCR und digitaler Tröpfchentests (ddPCR) auf Anzeichen von Bartonella-Organismus-spezifischer DNA untersucht. Die Blutproben wurden auch auf Bartonella-Spezies-spezifische Antikörper getestet.

Bartonella-DNA im Blut

Von den 17 Patienten mit Schizophrenie hatten 12 Bartonella-DNA im Blut, im Vergleich zu nur einem von 13 in der Kontrollgruppe. Laut den Fragebogen berichteten sowohl Patienten als auch Kontrollen über ähnlichen Haustierbesitz und Flohexposition.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass ihre Studie durch ihr Design nicht in der Lage war, einen kausalen Zusammenhang zwischen Bartonella-Infektion und Schizophrenie zu demonstrieren, schreiben die Forscher. Sie glauben jedoch, dass diese erste Beobachtungsstudie die Notwendigkeit von Folgeuntersuchungen stark unterstützt.

Die Forscher planen eine größere Studie, um ihre Ergebnisse zu überprüfen.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Vector-Borne and Zoonotic Diseases (2021). DOI: 10.1089/vbz.2020.2729

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