Smartphone-Sucht, Abhängigkeit, Zwang

Suchterkrankungen: Sucht und Abhängigkeit

Pathologisches bzw. krankhaftes Benutzen des Smartphones mit dem Zwang, dauernd das Handy auf neue Nachrichten, Emails etc. zu checken.

Zwanghaftes Überprüfen des Smartphones auf Nachrichten

Eine neue Studie scheint den weit verbreiteten Glauben zu bestätigen, dass viele Smartphone-Benutzer ihre Geräte zwanghaft (abhängig) auf E-Mails, soziale Medien und andere Nachrichten überprüfen.

Smartphones bilden Gewohnheiten

Die Forscher analysierten die Gewohnheiten von Smartphone Benutzern in den Vereinigten Staaten und Finnland und stellten fest, dass sie ihre Geräte während des gesamten Tages überprüften. Ein typischer Check dauert weniger als 30 Sekunden und erfordert das Bildschirmschloss zu öffnen und auf eine App zuzugreifen.

Checken des Smartphones

Die Studie fand auch heraus, dass die häufigste Smartphone-Handlung einzig aus dem "Checken" besteht, und dass die Überprüfungen nicht zufällig auftreten, sondern durch bestimmte Kontexte ausgelöst werden, wie E-Mails lesen, beim Nachrichten lesen oder Social Media benutzen, und während man gelangweilt ist. Smartphone Benutzer betrachten die sich wiederholende und zwanghafte Benutzung ihrer Geräte nicht als eine Sucht, aber beschrieben sie in Begriffen wie: übermäßiger Gebrauch und als ein Ärgernis, sagten die Forscher.

Reaktion auf Langeweile

"Was uns hier nachdenklich werden läßt, ist deren gewohnte Reaktion auf Langeweile. Dann ergreifen sie das Telefon um interessante Stimuli zu finden. Sie werden systematisch abgelenkt von wichtigeren Dingen, die um sie herum geschehen", sagte Antti Oulasvirta vom Helsinki Institut für Informationstechnologie in einer Aalto Universitätspressemitteilung.

Checken wird Gewohnheit

Gewohnheiten sind automatisch ausgelöste Verhaltensweisen, die die bewusste Kontrolle gefährden, die bestimmte Situationen erfordern, sagte Oulasvirta.

"Studien beginnen schon, Smartphone-Benutzung mit schrecklichen Folgen wie Autounfälle und ein unausgeglichenes Arbeitsleben zu verbinden. Leider sind Gewohnheiten nicht leicht zu ändern, wie jahrzehnte der Arbeit in der Psychologie zeigen", fügte sie hinzu.

Die Studie wurde in der Zeitschrift Personal and Ubiquitous Computing herausgegeben.

Die Autoren sagten, dass die gewohnheitsformende Natur der Geräte ihre Allgegenwart erhöht.

© PSYLEX.de - Quelle: Personal and Ubiquitous Computing, August 2011

'Smartphone-Sucht' verbunden mit Depression und Angst

07.03.2016 Ist die übermäßige Nutzung des Smartphones schädlich für die psychische Gesundheit? Eine neue Studie der University of Illinois stellte fest, dass die Sucht - nicht die hergebrachte Nutzung mobiler Technologie - mit Angststörung und Depression bei jungen Menschen verbunden ist.

Psychische Gesundheit abhängig von der Motivation?


Bild: Gerd Altmann

Psychologie-Professor Alejandro Lleras und Tayana Panova haben mehr als 300 Studenten zu ihrer psychischen Gesundheit, ihrer Nutzung von Smartphone und Internet und ihren Motivationen bei der Nutzung ihrer elektronischen Geräte befragt.

Es wurden z.B. Fragen gestellt wie: "Glauben Sie, dass Ihre akademische oder Arbeitsleistung unter ihrer Smartphone-Nutzung leidet?" oder "Glauben Sie, dass das Leben ohne Internet langweilig, leer und traurig ist?"

Die Forscher wollten herausfinden, ob süchtige und selbstzerstörerische Verhaltensweisen beim Gebrauch von Telefonen und Internet in Verbindung mit der psychischen Gesundheit stehen.

Menschen, die sich selbst als von der Internet- und Smartphonenutzung abhängig beschrieben schnitten sehr viel höher bei Depressions- und Angstskalen ab, sagte Lleras.

Allerdings fanden die Forscher keinen Zusammenhang zwischen Smartphone- oder Internet-Nutzung und negativen psychischen Gesundheitsresultaten bei Teilnehmern, die diese Technologien aus Langeweile benutzten.

Die Motivation ist also ein wichtiger Faktor beim Gebrauch der Technologien in Bezug auf Depression und Angststörung, sagte Lleras in der Zeitschrift Computers in Human Behavior.

Mobiltelefone in Stress-Situationen

In einer Follow-up-Studie untersuchte Lleras die Rolle des Mobiltelefons in stressigen Situationen: Personen, die ihr Mobiltelefon während einer stressigen Situation dabei hatten (aber nicht nutzten), wurden weniger negativ durch den Stress beeinflusst als Teilnehmer, die ihre Mobiltelefone nicht dabei hatten.

Dieser Vorteil war gering und von kurzer Dauer, aber legt nahe, dass das Mobiltelefon als 'Rückversicherung' in stressigen oder angstauslösenden Situationen dienen könnte.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: University of Illinois, Computers in Human Behavior; März 2016

Smartphone-Abhängigkeit führt zu persönlichen, sozialen, Arbeitsplatz-Problemen

13.04.2017 Die exzessive Nutzung des Smartphones führt zu Problemen, und Frauen sind besonders für die Abhängigkeit anfällig laut einer aktuellen Studie der Binghamton Universität.

Trigger für eine Abhängigkeit

Smartphones haben sich zu Werkzeugen verwandelt, die eine kurze, schnelle, unmittelbare Befriedigung bieten, womit sie zu sehr starken Triggern werden können, sagte Isaac Vaghefi. Die Neurone werden stark stimuliert und Dopamin freigesetzt, und mit der Zeit lässt das in uns einen Wunsch nach dem schnellen Feedback und der unmittelbaren Befriedigung entstehen.

Dieser Prozess trägt auch zur Entwicklung kürzerer Aufmerksamkeitsspannen bei und macht einen immer anfälliger für das Gefühl der Langeweile, schreibt er.

Smartphone-Typen nach Nutzung

Vaghefi und seine Kollegen befragten kürzlich 182 Universitätsstudenten zu ihren täglichen Smartphone-Aktivitäten. Beruhend auf der Analyse der Antworten kategorisierten sie die Benutzer in eine der folgenden Typen-Gruppen:

Sieben Prozent wurden als "abhängig" und 12 Prozent als "fanatisch" identifiziert. Beide Gruppen berichteten über persönliche, soziale und Arbeitsplatz-Probleme aufgrund des zwanghaften Gebrauchs ihrer Smartphones.

Symptome

Insgesamt zeigten diese Nutzer Symptome von

Frauen waren eher anfällig für eine Abhängigkeit vom Smartphone.

"Technologie-Abhängigkeit"

"Technologie-Abhängigkeit" oder Smartphone-Sucht ist keine offizielle psychische Störung im DSM-V, aber der Überbegriff bezieht sich auf das suchterzeugende Verhalten, das mit sozialen Medien, exzessivem Texting, Informationsüberbelastung, Online-Shopping, Spielen, Videospielen, Online-Pornografie und insgesamt dem Smartphone-Gebrauch verbunden ist.

Während selbstbekennende "süchtige" Benutzer in der Minderheit waren, sagen die Wissenschaftler voraus, dass Technologie-Abhängigkeit zunehmen wird, da die Technologie sich weiter entwickeln wird und immer neue Anwendungen, Spiele, Gadgets auf den Markt werfen und neue Wege finden wird, um ein langfristiges Engagement der Konsumenten mit der Technologie zu sichern, sagte Vaghefi.

Warnzeichen, Anzeichen

Er weist auf einige Zeichen für eine Technologie- bzw. Smartphoneabhängigkeit. Stellt man diese an sich oder jemanden fest, sollte professionelle Hilfe aufgesucht werden:

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Binghamton Universität, Information Systems Journal - DOI: 10.1111/isj.12098; April 2017

Smartphone-Sucht verstärkt Einsamkeit, Angst und Depressionen

12.04.2018 In einer neuen in NeuroRegulation veröffentlichten Studie zeigen Psychologen, dass der übermäßige Gebrauch von Smartphones genau wie jede andere Form von Drogenmissbrauch zu sehen ist.

Verhaltenssucht

Die Verhaltenssucht der Smartphone-Nutzung beginnt, neurologische Verbindungen im Gehirn zu bilden, ähnlich wie die Opioidabhängigkeit von Menschen, die Oxycontin zur Schmerzlinderung einnehmen - schrittweise, erklärt Studienautor Erik Peper von der San Francisco State Universität.

Hinzu kommt, dass die Sucht nach Social Media Technologie einen negativen Einfluss auf den sozialen Zusammenhang haben kann.

Digitale Sucht oder Abhängigkeit

Die digitale Sucht oder Abhängigkeit wird von der American Society for Addiction Medicine sowie der American Psychiatric Association als eine primäre, chronische Erkrankung des Belohnungsverhaltens, der Motivation, des Gedächtnisses und verwandter Prozesse definiert.

Dysfunktion in diesen Mechanismen des Gehirns führt zu charakteristischen biologischen, psychologischen, sozialen und spirituellen Manifestationen. Dies spiegelt sich in einer individuellen, pathologisch verlangten Belohnung und/oder Linderung durch Drogenkonsum und andere Verhaltensweisen wider - beispielsweise wie z.B. Abhängigkeit von Internetspielen oder ähnlichem Verhalten.

Verlust der persönlichen Interaktionen

In einer Umfrage unter 135 Schülern des Staates San Francisco fanden Peper und Kollegen heraus, dass Schüler, die ihre Smartphones am häufigsten nutzen, sich eher isoliert, einsam, deprimiert und ängstlich fühlen.

Die Psychologen nehmen an, dass die Einsamkeit zum Teil eine Folge der Ersetzung der persönlichen Interaktion durch eine Form der Kommunikation ist, bei der Körpersprache und andere Signale nicht interpretiert werden können.

Multitasking - Semi-Tasking

Die Forscher fanden auch heraus, dass dieselben Schüler fast ständig Multitasking betrieben während sie lernten, andere Medien anschauten, aßen oder den Unterricht besuchten.

Diese konstante Aktivität lässt wenig Zeit für Körper und Geist, sich zu entspannen und zu regenerieren, sagt Peper, und führt auch zu "Semi-Tasking", bei dem Menschen zwei oder mehr Aufgaben gleichzeitig erledigen, aber nur halb so gut, wie sie es getan hätten, wenn sie sich auf eine Aufgabe zurselben Zeit konzentrieren würden.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: San Francisco State Universität; NeuroRegulation - http://dx.doi.org/10.15540/nr.5.1.3

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