Sportsucht – Sportzwang

Sportsucht – Sportzwang

Psychische Störungen – Krankheitsbilder

Sucht nach Sport – Extremes Sporttreiben

Es nichts Falsches daran, wenn man gesund lebt – wenn man es nicht übertreibt – und Sport zu machen ist da keine Ausnahme. Aber man kann es auch hier übertreiben.

Die Nemours Foundation erwähnt diese Warnzeichen, zwanghaft zu trainieren bzw. sportsüchtig zu sein:

Die Symptome

  • Sich weigern, ein Training auszulassen, auch wenn man müde, verletzt oder krank ist.
  • Training aus einer Verpflichtung heraus zu machen, statt Freude bzw. Lust.
  • Die Länge eines Trainings zu verdoppeln, wenn eins ausgelassen wurde.
  • Exzessives Verfolgen von Gewicht und Kalorien, um Gewicht zu verlieren.
  • Umfang des Trainings steigern, weil man mehr gegessen hat.
  • Die Priorität des Trainings nach oben setzen, vor den Kontakt mit Freunden und Familie, und der Teilnahme an sozialen Aktivitäten.
  • Wenn Intensität und Häufigkeit des Trainings das Selbstbewusstsein beeinflussen.
  • Außerstande sein, Zufriedenheit durch die physischen Leistungen zu finden.

Quelle: Nemours Foundation, Okt. 2011

Sportsüchtig: Zwanghaftes Training, Angstzustände und geringes Selbstwertgefühl

05.04.2019 Eine in PLOS One veröffentlichte psychologische Forschungsarbeit von Ornella Corazza von der Universität Hertfordshire und Kollegen untersuchte die Hintergründe des Phänomens Sportsucht bzw. Sportzwang anhand der Daten von 1.711 Teilnehmern aus Europa.

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Bild: Kai Stachowiak

Die Befunde der Wissenschschaftler sind:

  • Zwanghaftes Training, Angstzustände und geringes Selbstwertgefühl waren in dieser Stichprobe nach den verwendeten psychometrischen Messungen (EAI, AAI, RSE) miteinander verbunden.
  • 11,7% der Teilnehmer konnten als sportsüchtig bzw. als zwanghaft sporttreibend bezeichnet werden, mit alarmierenden Spitzen in den Niederlanden (20,9%) und im Vereinigten Königreich (16,1%).
  • 38,5% aller Befragten wurden als gefährdet für körperdysmorphe Störung eingestuft, hauptsächlich Frauen (47,2%).
  • 39,8% aller Probanden setzten ohne ärztliche Konsultation fitnessoptimierende Nahrungsergänzungsmittel (95,5%) ein.
  • Diese Gruppe von Supplementbenutzern erzielte sowohl beim EAI (Test auf Sportsucht) als auch bei AAI (Appearance Anxiety Inventory – Körperbild-Angst bzw. Test auf körperdysmorphe Störung) höhere Werte.
  • Die statistische Analyse zeigte einen starken Zusammenhang zwischen dem Konsum von Sportprodukten und dem Niveau von Sportsucht in der gesamten Stichprobe mit einem Odds Ratio (OR) von 3,03. Wer also viele bzw. oft Sportprodukte konsumierte, war auch mit einer größeren Wahrscheinlichkeit sportsüchtig – und umgekehrt.
  • Die Teilnehmer verwendeten Steroide (5,9%), Diuretika (4,9%) und Wachstumshormone (1,8%). Besonders beunruhigend war die Verwendung von Sibutramin (1,1%), einem Appetitzügler, der aus den meisten Märkten herausgenommen wurde, weil er das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht. Die Teilnehmer konsumierten auch andere illegale Drogen wie Amphetamine (2,3%).
  • Andere kovariable Faktoren unter den Frauen waren die Angst im Hinblick auf ihre körperliche Erscheinung (AAI; OR 1,59) und in geringerem Maße das Selbstwertgefühl (RSE) (OR 1,08).

© PSYLEX.de – Quellenangabe: PLOS One – https://doi.org/10.1371/journal.pone.0213060

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