Angst vor Haien durch Filme geschürt

‚Raus aus dem Wasser!‘ – Haie im Film: eine Analyse, wie Hai-Mensch-Interaktionen in Filmen dargestellt werden

16.07.2021 Der Haifilm „Jaws“ (dt.: Der weiße Hai) aus dem Jahr 1975 war unbestreitbar der Haifilm schlechthin und hat nicht nur die Erwartungen an die Kinokassen übertroffen, sondern auch wie wir uns fühlen, wenn wir ins Wasser gehen – und wie wir über Haie denken – für immer verändert.

Studie

Heute, mehr als 40 Jahre (und mehr als 100 Haifilme) später, ist die Angst der Menschen vor Haien immer noch vorhanden. Forscher der Universität von Südaustralien sind besorgt über die negativen Auswirkungen, die Haifilme auf die Schutzbemühungen für diese oft gefährdeten Tiere haben.

In einer weltweit erstmaligen Studie haben Dr. Briana Le Busque und Professorin Carla Litchfield von der University of South Australia untersucht, wie Haie in Filmen dargestellt werden. Sie fanden heraus, dass 96 Prozent der Haifilme die Haie offen als Bedrohung für den Menschen darstellen, nur ein Film enthielt keine Darstellung potenziell bedrohlicher Interaktionen.

Sensationslüsterne Darstellungen von Haien in den populären Medien

Dr. Le Busque sagt, dass sensationslüsterne Darstellungen von Haien in den populären Medien die Wahrnehmung von Haien unfair beeinflussen und den Schutzbemühungen schaden können.

Der Großteil dessen, was die Menschen über Haie wissen, stammt aus Filmen oder den Nachrichten, wo Haie typischerweise als etwas dargestellt werden, das man zutiefst fürchten muss, sagt Dr. Le Busque.

Seit ‚Der weiße Hai‘ haben wir eine Vielzahl von Monsterhaifilmen gesehen – Open Water, The Meg, 47 Metres Down, Sharknado – die alle Haie als furchterregende Kreaturen mit einem unstillbaren Appetit auf Menschenfleisch darstellen. Dies ist einfach nicht wahr.

Das Schüren von Angst vor Haien

Haie sind einem viel größeren Risiko ausgesetzt, von Menschen verletzt zu werden, als Menschen von Haien, da die weltweiten Haipopulationen rapide abnehmen und viele Arten vom Aussterben bedroht sind.

Das Schüren einer Angst vor Haien, die in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Bedrohung steht, schadet den Schutzbemühungen und beeinflusst die Menschen oft dazu, potenziell schädliche Strategien zur Schadensbegrenzung zu unterstützen, sagt Le Busque.

Es besteht kein Zweifel, dass das Vermächtnis von ‚Jaws‘ fortbesteht, aber wir müssen darauf achten, wie Filme Haie darstellen, um Kinobesucher zu fesseln. Dies ist ein wichtiger Schritt, um Hai-Mythen zu entlarven und den Hai-Schutz aufzubauen, schließt Le Busque.

© psylex.de – Quellenangabe: Brianna Le Busque & Carla Litchfield (2021) Sharks on film: an analysis of how shark-human interactions are portrayed in films, Human Dimensions of Wildlife, DOI: 10.1080/10871209.2021.1951399

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