Chemikalienunverträglichkeit und ADHS, Autismus

Chemikalienunverträglichkeit und ADHS, Autismus

Risikofaktoren – Ursachen

Mütter mit Chemikalienunverträglichkeit: Risiko für Autismus, ADHS bei Kindern erhöht

Eine in der Zeitschrift Journal of the American Board of Family Medicine veröffentlichte Studie hat herausgefunden, dass Mütter, die auf viele häufige Chemikalien empfindlich reagieren (auch vielfache Chemikalienunverträglichkeit genannt, MCS abgekürzt für Multiple Chemical Sensitivity), zwei bis dreimal wahrscheinlicher ein Kind mit Autismus oder ADHS haben.

Forscher der Universität Texas analysierten die Testergebnisse (Quick Environmental Exposure and Sensitivity Inventory oder QEESI, ein weltweit von Ärzten eingesetzter Fragebogen zur Diagnose von Chemikalienunverträglichkeit) von 282 Müttern mit autistischen Kindern und 258 Müttern von Kindern mit ADHS. Eine Kontrollgruppe bestand aus 154 Müttern, deren Kinder keine Entwicklungsstörungen hatten.

Kinder deutlich sensitiver

Die Mütter der Kinder mit ADHS und Autismus berichteten, dass ihre Kinder deutlich empfindlicher auf Maschinenabgase, Benzin, Rauch, Parfüme und Raumpflegemittel reagieren, als neurotypische Gleichaltrige, sagte Studienautorin Lynne P. Heilbrun.

Auch zeigten die Kinder größere Sensitivität auf ungünstige Wirkungen von Infektionen, Medikamenten, Chemikalien, Nahrungsmitteln und Allergenen, sagten die Autoren.

Auf Chemikalien intolerant reagierende Mütter hatten ein dreimal höhere Wahrscheinlichkeit für ein Kind mit Autismus und eine 2,3-mal höhere Wahrscheinlichkeit für ein Kind mit ADHS. Die Studie hatte Väter nicht berücksichtigt.

Die Mütter in der Studie mit einem autistischen Kind oder eines mit ADHS berichteten über mehr mit Chemikalienunverträglichkeit verbundene Krankheiten oder Symptome als die Kontroll-Mütter.

Die spezifischen Risiken

  • Kinder mit ADHS hatten 1,7-mal wahrscheinlicher (Kinder mit Autismus 4,9-mal wahrscheinlicher) als die Kontroll-Kinder mehrere Infektionen, die einen längeren Einsatz von Antibiotika erforderten;
  • Kinder mit ADHS hatten doppelt so wahrscheinlich (Kinder mit Autismus 1,6-mal so wahrscheinlich) Allergien;
  • Kinder mit ADHS zeigten doppelt so wahrscheinlich (Kinder mit Autismus 3,5-mal so wahrscheinlich) Symptome wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder Atemprobleme, wenn sie Rauch, Nagellackentferner, Maschinenabgasen, Benzin, Lufterfrischern oder Reinigungsmitteln ausgesetzt waren;
  • Kinder mit ADHS hatten doppelt so wahrscheinlich wie die Kontrollkinder (die autistischen Kinder 4,8-mal so wahrscheinlich) starke Nahrungspräferenzen bzw. ein starkes Verlangen nach Käse, Chips, Brot, Teigwaren, Reis, Zucker, Salz und Schokolade.

Empfehlungen

Die Autoren empfehlen, dass alle Mütter und schwangeren Frauen präventiv tätig werden sollten, um potentiell schädliche Chemikalien zu vermeiden. Präventivmaßnahmen beinhalten: Vermeidung des Kontakts mit Pestiziden, Lösungsmitteln, Verbrennungsprodukten und Chemikalien (vor allem die bei Hausbau und Umbau verwendet werden).

In Folge der Studienbefunde fordern die Autoren Ärzte dazu auf, das QEESI einzusetzen, um Patientinnen auf potentielle Chemikalienunverträglichkeit zu untersuchen.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Universität Texas, Journal of the American Board of Family Medicine; Juli 2015

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