Gehirnschäden durch längere Raumfahrtmissionen

Veränderungen der Blut-Biomarker für Hirnschäden und Degeneration des Gehirns nach einem Langzeit-Raumflug

12.10.2021 Ein langer Aufenthalt im Weltraum scheint das Gehirn zu schädigen. Das zeigt eine Studie an fünf russischen Kosmonauten, die auf der Internationalen Raumstation (ISS) gelebt haben. Forscher der Universität Göteborg gehören zu denjenigen, die die Ergebnisse nun vorgestellt haben.

Die Studie ist in der Fachzeitschrift JAMA Neurology veröffentlicht worden. Die Co-Autoren der Universität, Wissenschaftler des Instituts für Neurowissenschaften und Physiologie der Sahlgrenska Akademie, haben sie gemeinsam mit Kollegen in Moskau und München verfasst.

Die Wissenschaftler beobachteten fünf männliche russische Kosmonauten, die auf der ständig bemannten Internationalen Raumstation (ISS) arbeiteten, die sich in einer Umlaufbahn in 400 km Entfernung von der Erdoberfläche befindet.

Die negativen Auswirkungen eines langen Aufenthalts im Weltraum auf den Körper sind seit langem bekannt. Zu den negativen Veränderungen gehören verkümmerte Muskeln, abnehmende Knochenmasse, nachlassende Sehkraft und eine veränderte Bakterienflora im Darm.

Belege für Hirnschäden nach längerem Weltraumaufenthalt

Den Kosmonauten wurden 20 Tage vor ihrem Abflug zur ISS Blutproben entnommen. Im Durchschnitt blieben sie dann 169 Tage (etwa fünfeinhalb Monate) im Weltraum. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 49 Jahre.

Nach ihrer Rückkehr zur Erde wurden zu drei Zeitpunkten Blutproben entnommen: einen Tag, eine Woche und etwa drei Wochen nach der Landung. Es wurden fünf Biomarker für Gehirnschäden analysiert. Dabei handelte es sich um Neurofilament Light (NFL), Glial Fibrillary Acidic Protein (GFAP), Total Tau (T-tau) und zwei Amyloid-Beta-Proteine.

Bei drei der Biomarker – NFL, GFAP und dem Amyloid-Beta-Protein Aβ40 – waren die Konzentrationen nach dem Weltraumaufenthalt deutlich erhöht. Die Spitzenwerte traten nach der Rückkehr der Männer zur Erde nicht gleichzeitig auf, aber ihre Biomarker-Trends waren dennoch über einen längeren Zeitraum erkennbar.

© Psylex.de – Quellenangabe: JAMA Neurology, 2021; DOI: 10.1001/jamaneurol.2021.3589




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