Männer zeigen ähnliche emotionale Schwankungen wie Frauen

Studie findet wenig Belege für den Einfluss der Geschlechts- oder Eierstockhormone auf die affektive Variabilität

25.10.2021 Im Gegensatz zu weit verbreiteten Geschlechterstereotypen sind Frauen nicht emotionaler als Männer, sagen Forscher.

Gefühle wie Enthusiasmus, Nervosität oder Stärke werden von den beiden Geschlechtern oft unterschiedlich interpretiert. Was „emotional“ für Männer und Frauen bedeutet, ist Teil einer neuen Studie der University of Michigan, die diese Vorurteile ausräumt.

Die Studie

Ein Mann, dessen Emotionen während eines Sportereignisses schwanken, wird beispielsweise als „leidenschaftlich“ bezeichnet. Eine Frau hingegen, deren Emotionen aufgrund eines Ereignisses schwanken, selbst wenn sie provoziert wurde, wird als „irrational“ bezeichnet, sagt die Hauptautorin der Studie Adriene Beltz vom Fachbereich Psychologie der Universität Michigan.

Beltz und ihre Kollegen Alexander Weigard, Assistenzprofessor für Psychiatrie an der U-M, und Amy Loviska von der Purdue University beobachteten 142 Männer und Frauen über 75 Tage hinweg, um mehr über ihre täglichen positiven und negativen Emotionen zu erfahren. Die Frauen wurden in vier Gruppen eingeteilt: eine mit natürlichem Zyklus und drei weitere, die verschiedene Formen oraler Verhütungsmittel verwendeten.

Schwankungen der Emotionen

Die Forscher erfassten die Schwankungen der Emotionen auf drei verschiedene Arten und verglichen dann die Geschlechter. Sie fanden wenig bis gar keine Unterschiede zwischen den Männern und den verschiedenen Frauengruppen, was darauf hindeutet, dass die Emotionen von Männern in gleichem Maße schwanken wie die von Frauen (wenn auch wahrscheinlich aus anderen Gründen).

Die Psychologen fanden auch keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den Frauengruppen, was deutlich macht, dass emotionale Hochs und Tiefs auf viele Einflüsse zurückzuführen sind – nicht nur auf Hormone, sagen sie.

Den Forschern zufolge sind die Ergebnisse nicht nur für den Alltag von Bedeutung. Frauen wurden in der Vergangenheit von der Teilnahme an Forschungsprojekten ausgeschlossen, zum Teil aufgrund der Annahme, dass die Schwankungen der Ovarialhormone zu Schwankungen, insbesondere bei den Emotionen, führen, die nicht experimentell kontrolliert werden können, sagen die Forscher.

Unsere Studie liefert einzigartige psychologische Daten, wonach die Begründungen für den Ausschluss von Frauen (weil schwankende Eierstockhormone und folglich Emotionen die Experimente beeinträchtigen) falsch waren, sagt Beltz.

Die Studie wurde in Scientific Reports veröffentlicht.

© Psylex.de – Quellenangabe: Scientific Reports (2021). DOI: 10.1038/s41598-021-00143-7




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