Demenz und Schlaganfall

Demenz und Schlaganfall

Neurologische Erkrankungen – Demenzerkrankungen

Ein schlechtes Gedächtnis und Probleme mit anderen geistigen Fähigkeiten, also Symptome einer Demenz, könnten frühe Zeichen eines erhöhten Risikos für einen Schlaganfall sein, schlägt eine neue Studie vor.

Signalisiert ein schlechtes Gedächtnis erhöhtes Risiko für Schlaganfall?

Forscher testeten mit einem Wort-Abruf-Gedächtnistest 17.851 Personen, und 14.842 Personen machten ein Wortgewandtheitstest, der die exekutiven Funktionen des Gehirns messen sollte. Die Teilnehmer, die 45 Jahre und älter waren (Durchschnittsalter war 67) und nie einen Schlaganfall gehabt hatten, wurden dann zweimal pro Jahr für bis zu 4,5 Jahre aufgesucht.

Während der Nachtestzeit erlitten 129 Menschen, die den Gedächtnistest machten, und 123 Menschen, die den Wortgewandtheitstest machten, einen Schlaganfall, stellte die Wissenschaftler fest.

Höheres Risiko bei schlechterem Gedächtnis

Unter jenen, die mit dem Gedächtnistest getestet wurden, erlitten Teilnehmer, die eine Punktanzahl in den unteren 20 Prozent erzielten, 3,5-mal wahrscheinlicher einen Schlaganfall, als jene, die eine Punktanzahl in den oberen 20 Prozent erzielten.

Unter denjenen, die den Wortgewandtheitstest benutzten, erlitten die Teilnehmer, die eine Punktzahl in den unteren 20 Prozent erzielten, 3,6-mal wahrscheinlicher einen Schlag, als jene, die eine Punktzahl in den oberen 20 Prozent erzielten.

Obwohl die Differenz nicht so bedeutsam bei älteren Menschen war, fanden die Verfasser der Studie, dass im Alter von 50, die Teilnehmer, die Punkte in den unteren 20 Prozent des Gedächtnistests erzielten, 9,4-mal wahrscheinlicher einen Schlaganfall erlitten, als jene, die Punkte in den oberen 20 Prozent erzielten.

Die Studienbefunde wurden online am 9. Februar veröffentlicht und werden bei der Jahrestagung des American Academy of Neurology (AAN) in Honolulu im April präsentiert.

„Wege zu finden, um Schlaganfälle zu verhindern und Menschen (mit Demenz) zu identifizieren, die ein erhöhtes Risiko dafür haben, sind wichtige Probleme der öffentlichen Gesundheitsfürsorge“, sagte der Verfasser der Studie Abraham J. Letter von der Universität von Alabama in Birmingham in einer AAN Pressemitteilung.

„Diese Studie zeigt, dass wir durch einfache Tests eine bessere Vorstellung davon bekommen könnten, wer ein hohes Risiko für Schlaganfälle hat, wenn wir Personen beurteilen, die schon ein erhöhtes Risiko für einen Hirninfarkt haben.“
Quelle: American Academy of Neurology, Feb. 2011

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