Entscheidungsfindung im Alter

Entscheidungen / Entscheidungsfindung im Alter

Gerontopsychologie – Entscheidungsfindung

Die Entscheidungsfindung bei älteren Menschen

05.10.2018 Wer trifft riskantere Entscheidungen, die Jungen oder die Alten? Und was zählt mehr in der Entscheidungsfindung, wenn man älter wird: Freunde, Gesundheit oder Geld?

Kendra Seaman von der Duke Universität und Kollegen untersuchten, wie sich die Entscheidungsfindung mit zunehmendem Alter verändert.

Eine Schlüsselkomponente der Entscheidungsfindung ist der subjektive Wert, der ein Maß für die Bedeutung ist, die eine Belohnung oder ein Ergebnis für eine bestimmte Person zu einem bestimmten Zeitpunkt hat.

Subjektive Werte

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Bild: janeb13 (pixabay)

Seemann nutzte bildgebende Verfahren, und eine Belohnung von 20 Dollar als Beispiel: Diese Belohnung hätte einen viel höheren subjektiven Wert für einen armen Studenten als für einen wohlhabenden Rentner. Seaman diskutierte drei Faktoren, die den subjektiven Wert beeinflussen: Belohnung, Kosten und ‚Verzinsung‘ bzw. die Bestimmung des Wertes zukünftiger Belohnungen.

Der erste Unterschied liegt in der Form der Belohnung. Ältere Menschen investieren wahrscheinlich mehr in das Ergebnis einer Aufgabe, wenn die Belohnung eher sozial oder gesundheitsbezogen als monetär ist. Folglich ist es wahrscheinlicher, dass sie diese gesundheitlichen und sozialen Belohnungen früher und mit größerer Sicherheit wollen als jüngere Menschen.

Das Verständnis der Bedeutung dieser Belohnungen ist entscheidend für die Gestaltung zukünftiger Experimente zur Identifizierung von Entscheidungsunterschieden bei älteren Personen.

Positive Schiefe

Ältere Menschen unterscheiden sich auch in ihren Präferenzen für die ‚positive Schiefe‘ des Risikos. Bei diesen Vorgängen bedeutet eine positive Schiefe eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen kleinen Verlust und eine geringe Wahrscheinlichkeit für einen großen Gewinn, wie z.B. den Kauf eines Lotterieloses.

Eine negative Schiefe bedeutet eine geringe Wahrscheinlichkeit für einen großen Verlust und eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen kleinen Gewinn, wie z.B. die Durchführung eines häufigen medizinischen Verfahrens, das eine geringe Wahrscheinlichkeit für schädliche Komplikationen hat.

Ältere Menschen neigen dazu, positive Schiefen in größerem Maße zu bevorzugen als jüngere Menschen, und diese Tendenz zur positiven Schiefe wird mit zunehmendem Alter ausgeprägter.

Das Verständnis dieser psychologischen Tendenzen könnte erklären, warum ältere Menschen Opfer von Betrug werden und sich für risikoreiche medizinische Verfahren entscheiden.

Darüber hinaus könnte eine alternde Bevölkerung möglicherweise besser motiviert, weiterhin an körperlichen und geistigen Aktivitäten teilzunehmen, schließen die Psychologen.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Duke Universität

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