Notlügen; Lügen in E-Mails, Chat

Notlügen; Lügen in E-Mails, Chat

Allgemeine Psychologie

Lügen ist das bewusste oder unbewusste Aussprechen der Unwahrheit.

Warum kleine Notlügen unser Schuldgefühl nicht verringern

Einen Fehler oder ein Vergehen zum Teil einzugestehen mag wie eine attraktive Option erscheinen, aber eine neue Forschungsstudie sagt, dass man sich dadurch tatsächlich noch schuldiger fühlen kann.

Die im Journal of Personality and Social Psychology herauszugebende Studie fand auch heraus, dass Betrüger, die sich nur zum Teil zu ihren Taten bekannten, strenger als diejenigen beurteilt wurden, die überhaupt nichts gestanden.

Fünf Versuche mit 4.167 Personen in den USA zeigten, dass wenn man nur einen Teil der Wahrheit sagt, dies zu größeren Angst-, Schuld und Schamgefühlen führt, als wenn man überhaupt nicht gesteht.

Dies ließ die Forscher schließen, dass wenn man gesteht, sollte man immer gleich alles gestehen.

Studienautor Eyal Pe’er von der Carnegie Mellon Universität sagte: „Nur einen Teil des Vergehens oder Fehlers zu gestehen, erscheint für viele Menschen attraktiv, weil sie erwarten, dass das Geständnis glaubhafter ist und die Schuld mindert. Aber unsere Befunde zeigen, dass genau das Gegenteil eintrifft.“

Wenn man etwas zu beichten/zuzugeben hat, dann sollte man die volle Verantwortung für das was man getan hat übernehmen. Es scheint so, dass diejenigen, die in der Studie nur zum Teil ihre Schuld eingestanden haben, nicht die volle Verantwortung für ihr Tun übernommen haben und sich stattdessen weiter Selbstvorwürfe machten. Und ein klein wenig überraschend – sie fühlten sich tatsächlich hinterher schlechter.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: American Psychological Association; Jan. 2014

Lügen in E-Mails, im Chat

Ein neue Studie sagt, dass die Kommunikation über Computer, wie Instant Messaging (Chat) und E-Mail das Lügen steigert im Vergleich mit persönlichen Gesprächen, und dass E-Mail-Nachrichten am wahrscheinlichsten Lügen enthalten.

Die Befunde der Psychologen Dr. Robert S. Feldman und Doktorkandidat Mattityahu Zimbler sind in der Oktoberausgabe des Journal of Applied Social Psychologys herausgegeben worden.

Gelogen wird überall

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Lügen in E-Mails

Die Forscher sahen sich 110 Collegestudentenpaare an, die 15-minütige Gespräche von Angesicht zu Angesicht, per E-Mail oder Instant Messaging / Chat führten. Die Ergebnisse wurden dann auf Ungenauigkeiten analysiert.

Die Forscher entdeckten, dass, während es einen gewissen Grad von Lügen in allen drei Formen der Kommunikation gibt, er in sowohl Instant Messaging als auch E-Mail gesteigert auftrat, wobei E-Mail-Nachrichten am wahrscheinlichsten Lügen enthalten.

Warum in E-Mails so oft gelogen wird

Der Grund dürfte in dem Konzept der Deindividualisation liegen: bei Personen, die psychologisch und physisch weiter entfernt sind von der Person mit der sie kommunizieren, gibt es eine höhere Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Lügen, sagen sie.

Die Forscher glauben, die Versuchung in E-Mails zu lügen, bezieht sich auf den Abstand, den eine Person von der anderen entfernt ist, und der Tatsache, dass E-Mail-Kommunikation asynchron ist – dass die Kommunikation also nicht in Echtzeit, wie mit Instant Messaging oder einem persönlichem Gespräch, stattfindet.

Asynchronizität von E-Mails

Feldman und Zimbler schlossen, „Es scheint wahrscheinlich, dass die Asynchronizität von E-Mails die Benutzer dazu bringt, sich noch mehr vom Anderen „abgeschnitten“ zu fühlen, darin, dass eine Antwort auf ihre Fragen nicht unmittelbar erwartet wird, und eher bis zu irgendeinem zukünftigen Zeitpunkt verzögert ist.“

„Letztlich zeigen die Befunde, wie leicht es ist, online zu lügen, und dass wir wahrscheinlicher der Empfänger von irreführenden Erklärungen in Online-Kommunikation sind, als bei einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht“, sagte Feldman.

„Beim Erkunden der praktischen Auswirkungen dieser Forschung, zeigen die Ergebnisse, dass das Internet den Leuten erlaubt, sich, psychologisch gesehen, freier zu fühlen, um zu täuschen; zumindestens wenn man neuen Leuten begegnet“, sagten Feldman und Zimbler.

Internetverbrechen

„Dies sollte berücksichtigt werden, angesichts des öffentlichen Interesses hinsichtlich Internetverbrechen, sagt diese Forschung. Die Deindividualisation, geschaffen durch die Kommunikation hinter dem Rechnerbildschirm, kann den Prozess erleichtern, ein unaufrichtiges Selbst darzustellen.“

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Journal of Applied Social Psychologys, Nov. 2011

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