Gewichtsabnahme (Psychologie), Diätpsychologie IV

Gewichtsabnahme (Psychologie), Diätpsychologie IV

Ernährungspsychologie

Forschungsartikel und News, die sich mit der Psychologie des Abnehmens, Diäthaltens, Schlankwerden befassen.

Warnungen vor ungesundem Essverhalten bei Diäthaltern kontraproduktiv

16.02.2016 Wir kennen alle Meldungen der „Ernährungspolizei“, die warnen, dass süße Snacks schlecht für uns sind. Aber können diese Nachrichten tatsächlich ’nach hinten losgehen‘ und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, mehr von diesen Süßigkeiten zu knabbern?

Eine Studie der Arizona State University zeigt, dass diese Warnungen bei Diät-haltenden Menschen ins Gegenteil umschlagen können. Die Forscher um Nguyen Pham stellen fest, dass Diäthalter 39% mehr Kekse nach dem Anschauen einer Warnung der „Ernährungspolizei“ („Alle Süßigkeiten sind schlecht“) aßen als diejenigen, die eine positive Nachricht sahen.

Einseitige negative Nachrichten ⇒ negative Folgen

Die Forscher führten drei Studien durch, um zu demonstrieren, dass einseitige negative Mitteilungen über Nahrungsmittel zu nicht beabsichtigten gegenteiligen Effekten führen können.

In der ersten Studie lasen 380 Teilnehmer eine positive, eine negative oder eine neutrale Nachricht über den Nachtisch beim Essen. Abnehmwillige, die die negative Nachricht sahen, gaben häufiger nach der Befragung an, sie hätten positivere Gedanken zu ungesunden Lebensmitteln gehabt; bei nicht-Diät-haltenden Personen gab es keine Unterschiede. Auch die Gedanken zu gesunden Lebensmitteln oder neutralen Wörtern blieben unbeeinflusst.

Diese Ergebnisse zeigen uns, erklärte Pham in der Zeitschrift Journal of the Association for Consumer Research, dass Diäthalter nicht eine gesündere Lebensmittelwahl treffen, wenn sie Gesundheitswarnungen zu hören bekommen. Im Gegenteil: Diese Warnungen machen die ungesunden Nahrungsmittel nur noch verlockender. Es ist also psychologisch kontraproduktiv, wenn jemand sein Gewicht verringern möchte.

In der zweiten Studie lasen 397 Teilnehmer eine einseitig positive oder negative Nachricht über Süßigkeiten und sahen dann ein kurzes Video, während sie Schokoladenkekse aßen.

Diät-haltende Personen, die die negative Nachricht sahen, verzehrten 39% mehr Kekse als Diäthalter, die die positive Nachricht sahen. Wie in der ersten Studie, ließen sich Nicht-Diäthalter von den Nachrichten über die Süßigkeiten nicht beeinflussen.

Ausgeglichenere Aussagen

Die dritte Studie fokussierte sich auf die Snack-Wahl und untersuchte, ob die Reaktionen auf ‚zweiseitige‘ (ausgeglichenere) Nachrichten – die sowohl positive als auch negative Informationen über das Nahrungsmittel enthielten – die nicht gewünschten gegenteiligen Auswirkungen reduzieren könnten.

Unter 324 Teilnehmern wählten 30% mehr der Diäthalter, die die negative Nachricht sahen, eher ungesündere Snacks als Diäthalter, die die positive Nachricht sahen. Bei den Diäthaltern, die die ‚zweiseitige‘ Nachricht sahen, wurden zu 47% weniger ungesunde Snacks gewählt als bei denjenigen, die die negative Nachricht angeschaut hatten.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Arizona State University, Journal of the Association for Consumer Research; Feb. 2016

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