Fahruntüchtigkeit, Unfallgefahr durch Übermüdung

Übermüdung: Fahruntüchtigkeit, Unfallgefahr

Zu wenig Schlaf vervielfacht das Unfallrisiko

06.12.2016 Schon 1-2 Stunden weniger Schlaf verdoppelt das Risiko für einen Verkehrsunfall; eine Übermüdung aufgrund von nur 2-3 Stunden weniger Schlaf entspricht dem Risiko, angetrunken zu fahren laut einer neuen Forschungsarbeit.

Eine aktuelle Studie der AAA-Foundation (American Automobile Association, ähnlich dem ADAC) untersuchte das Risiko an einem Verkehrsunfall beteiligt zu sein, wenn man übermüdet ist bzw. zu wenig geschlafen hat.

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Bild: Thue (Wiki)

Für die Studie werteten die Forscher die Daten einer repräsentativen Stichprobe von 7.234 an 4.571 Unfällen beteiligten Fahrern aus. Alle Daten stammen aus dem NHTSA’s National Motor Vehicle Crash Causation Survey, einer repräsentativen Stichprobe polizeiberichteter Unfälle, in denen mindestens ein Fahrzeug beteiligt worden war, das hinterher abgeschleppt werden musste, und bei denen ein Notarzt zum Einsatz kam.

Das Unfallrisiko

Der AAA-Foundation-Bericht verglich die Unfallgefahr über eine Dauer von 24 Stunden von schlafbenachteiligten (übermüdeten) Fahrern mit denen, die die empfohlenen sieben Stunden oder mehr schliefen. Das Risiko für einen Verkehrsunfall erhöhte sich bei

  • 6 – 7 Stunden Schlaf um das 1,3-fache,
  • 5 – 6 Stunden Schlaf um das 1,9-fache,
  • 4 – 5 Stunden Schlaf um das 4,3-fache, und bei
  • weniger als vier Stunden Schlaf um das 11,5-fache.

Das Unfallrisiko bei fehlenden 2-3 Stunden entspricht laut AAA dem gleichen Risiko für einen Fahrzeugunfall, wenn man mehr Alkohol getrunken hat als erlaubt ist.

Während 97 Prozent der befragten Fahrer sagten, dass sie übermüdetes Fahren als ein völlig inakzeptables Verhalten ansehen, das eine ernste Bedrohung ihrer Sicherheit darstelle, gab fast jeder Dritte zu, mindestens einmal im letzten Monat selbst völlig übermüdet mit dem Fahrzeug gefahren zu sein.

Symptome übermüdeten Fahrens

Symptome übermüdeten Fahrens sind z.B.

  • Probleme, die Augen offen zu halten,
  • von der Fahrbahnmarkierung abgewichen zu sein oder
  • sich nicht mehr an die letzten paar Kilometer erinnern zu können.

Jedoch erinnerten sich die meisten der Unfallfahrer nicht mehr an Erschöpfungssymptome vor dem Einschlafen am Steuer.

Tipps, Empfehlungen für längere Fahrten

Die AAA warnt Fahrzeugführer, sich nicht auf den Körper zu verlassen, dass dieser rechtzeitig Warnsymptome signalisiert; stattdessen sollten mindestens sieben Stunden) täglich geschlafen werden. Bei längeren Reisen empfiehlt die AAA den Fahrern auch:

  • Fahren Sie in Zeiten, wenn Sie auch normalerweise aufwachen.
  • Planen und legen Sie alle 2 Stunden eine Pause ein.
  • Vermeiden Sie schweres Essen.
  • Reisen Sie mit einem wachsamen Beifahrer und wechseln Sie sich mit dem Fahren ab.
  • Vermeiden Sie Medikamente, die Schläfrigkeit oder andere Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit verursachen können.

Die Studie könnte das Risiko durch Übermüdung, Erschöpfung sogar noch unterschätzen: Sie deckte nur Unfälle von 6 Uhr bis Mitternacht ab, weil keine Daten über Fahrzeugunfälle in den frühen Morgenstunden verfügbar waren.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: AAA-Foundation; Dez. 2016

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