Psychische Erkrankungen u. Emotionale Stabilität

Psychische Störungen, Krankheiten, Erkrankungen
Emotionale Stabilität

Emotionale Labilität mit der Entwicklung von psychischen Störungen verbunden

01.06.2017 Emotionale Instabilität bzw. Labilität (wird auch als Neurotizismus bezeichnet) im frühen Erwachsenenalter ist mit einem erhöhten Risiko für schwere psychische Erkrankungen verbunden laut einer in JAMA Psychiatry veröffentlichten Studie.

Soziale Reife, mentale Energie und emotionale Stabilität

Studienautor Joseph F. Hayes vom University College London und Kollegen führten eine Längsschnittstudie durch, um den Zusammenhang zwischen sozialer Reife, mentaler Energie und emotionaler Stabilität und einer späterer Diagnose einer psychischen Krankheit bei Menschen in der späten Jugend bzw. im frühen Erwachsenenalter zu untersuchen.

Schwedische männliche Wehrpflichtige im Alter von 18 bis 19 Jahren wurden vom 1. Januar 1974 bis zum 31. Dezember 1997 von der Studie erfasst.

Die Diagnosen psychiatrischer Störungen wurden aus dem Nationalen Patientenregister in Schweden vom 1. Januar 1974 bis zum 31. Dezember 2011 extrahiert.

Von den 1.017.691 Männern, die in der Kohorte enthalten waren, entwickelten

  • 4.310 Bipolare Störung,
  • 784 eine schizoaffektive Störung,
  • 4.823 entwickelten Schizophrenie und
  • 5.013 eine andere nicht-affektive Psychose.

Zusammenhänge: Die Befunde

  • Geringe soziale Reife (Hazard Ratio 1,61 – also ein um 61% erhöhtes Risiko für eine spätere Erkrankung), geringe mentale Energie (Hazard Ratio 1,34) und eine geringe emotionale Stabilität (Hazard Ratio 1,51) waren nach der Berücksichtigung von Störfaktoren in einer dosisabhängigen Beziehung mit Schizophrenie verbunden, wobei die Mittelwerte als Referenz verwendet wurden.
  • Ein ähnliches Muster wurde auch für andere nicht-affektive Psychosen beobachtet.
  • Es gab auch Korrelationen für die Bipolare Störung mit hoher und geringer sozialer Reife (Hazard Ratio 1,21 bzw. 1,12) und geringer emotionaler Stabilität (Hazard Ratio 1,62).
  • Ausßerdem gab es einen Zusammenhang zwischen schizoaffektiver Störung und höherer emotionaler Labilität (Hazard Ratio 1,53).

Faktor Persönlichkeit

Die emotionale Stabilität ist invers mit allen psychischen Erkrankungen verbunden, wobei die Bipolare Störung eine einzigartige U-förmige Verknüpfung mit der sozialen Reife zeigt, schreiben die Autoren.

Die Persönlichkeitsdimensionen können daher nützlich sein, um Endophenotypen für psychische Störungen zu verstehen, und die zukünftige Forschung sollte sich auf gemeinsame genetische Einflüsse auf Persönlichkeit und psychiatrische Erkrankungen fokussieren, schließen sie.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: University College London, JAMA Psychiatry – doi:10.1001/jamapsychiatry.2017.0583; Mai 2017

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