Suizid bei Leukämie

Suizid bei Leukämie

Forscher ermitteln Faktoren für Suizid, die im Zusammenhang mit einer Leukämie-Diagnose stehen

12.10.2020 Männliches Geschlecht, höheres Alter bei der Diagnose, weiße Rasse und akute myeloische Leukämie sind Risikofaktoren, die bei Patienten mit Leukämie mit Suizid in Verbindung gebracht werden können laut einer im Fachblatt Cancer Medicine veröffentlichten Studie.

Haohui Yu vom First Affiliated Hospital der Jinan University in China und Kollegen analysierten Daten von 142.386 Leukämie-Patienten aus der Datenbank Surveillance, Epidemiology, and End Results (von 1975 bis 2017), um potenzielle Risikofaktoren für Suizid zu identifizieren.

In einem Beobachtungszeitrahmen von 95.397 Personenjahren stellten die Forscher fest, dass 191 der Patienten Selbstmord begingen. Bei Leukämiepatienten lag die Suizidrate bei 26,41 pro 100.000 Personenjahre und die standardisierte Mortalitätsrate lag bei 2,16.

In univariaten und multivariaten Analysen wurde ein höheres Suizidrisiko mit folgenden Faktoren ermittelt:

  • dem männlichen Geschlecht (Hazard Ratio [HR] 4,41, also das 4,41-fach erhöhte Auftreten),
  • einem höheren Alter bei der Diagnose (60 bis 69, 70 bis 79 und =80 Jahre gegenüber =39 Jahren; HR: 2,60, 2,84 und 2,94),
  • weißer versus schwarzer Rasse (HR 6,80),
  • akuter myeloischer Leukämie und nicht spezifizierter und anderer spezifizierter Leukämie versus lymphatischer Leukämie (HR: 1,59 bzw. 2,72) und
  • Leben in einer kleinen versus großen Stadt (HR 2,10).

Ein Schutzfaktor gegenüber Suizid war die nicht-hispanische schwarze versus hispanische Rasse (HR 0,06).

Medizinische Fachkräfte des Gesundheitswesens können unsere Forschungsergebnisse nutzen, um Leukämiepatienten mit einem höheren Suizidrisiko zu untersuchen und gezielte Präventivmaßnahmen bei ihnen anzuwenden, schreiben die Autoren.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Cancer Medicine – doi.org/10.1002/cam4.3502

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