Suizidversuch ist eher kein Hilferuf

Suizidversuch ist eher kein Hilferuf

Psychische Erkrankung – Selbsttötung – Freitod

17.06.2013 Ernsthafte Selbstmordversuche sind eher keine Hilferufe: Eine Studie der Universität von British Columbia, Kanada, hat Neues über die Motivationen herausgefunden, die Menschen in den Selbstmord treiben und bietet das erste wissenschaftlich getestete Meßinstrument für die Evaluation der Suizidmotivationen.

Suizidprophylaxe und Verbesserung der Behandlung

Die Studie liefert Therapeuten, Ärzten und Forschern wichtige neue Ressourcen für die Suizidprophylaxe, die Verbesserung der Behandlungen, und reduziert die Wahrscheinlichkeit für weitere Versuche.

„Zu wissen, warum jemand versucht sich umzubringen ist entscheidend – es sagt uns, wie wir ihm am besten helfen können“, sagt Prof. David Klonsky, UBC Fachbereich Psychologie. „Dieses neue Werkzeug hilft uns, uns von der Annahme in der Suizidprophylaxe wegzubewegen, dass es eine universelle Herangehensweise gibt. Verschiedene Motivationen erfordern verschiedene Behandlungen und Interventionen.“

Die Studie basierte auf 120 Teilnehmern, die vor kurzem einen Suizid versuchten. Sie zeigt, dass viele Motivationen, von denen man glaubte, dass sie wichtig wären, relativ selten sind.

Motivationen für Selbstmordversuche

Zum Beispiel waren Selbstmordversuche selten das Ergebnis von Impulsivität.
Und Suizidversuche waren auch selten Ausdruck eines Hilferufs oder der Anstrengung, ein finanzielles (s.a. Suizid aus finanziellen Grünen) oder praktisches Problem zu lösen. Von allen Motivationen für Selbstmord waren die zwei bei allen Teilnehmern vorgefundenen: Hoffnungslosigkeit und überwältigender emotionaler Schmerz.

Die Studie zeigte, dass die Suizidversuche, die tatsächlich von sozialen Faktoren beeinflusst wurden, wie Hilfe zu bekommen oder andere Menschen zu beeinflussen, im Allgemeinen eine weniger ausgeprägte Absicht zu sterben zeigten, und sie wurden so ausgeführt, dass mit einer größeren Chance der Rettung zu rechnen war. In Kontrast dazu wurden Suizidversuche, die durch interne Faktoren wie Hoffnungslosigkeit und unerträglicher Schmerz motiviert waren, mit dem stärksten Wunsch zu sterben, ausgeführt.

Erforschung der Motivationen ist neu

„Es mag überraschend sein, aber den Fokus auf die Motivationen zu legen, ist ein neuer Ansatz im Feld der Suizidforschung – und ist dringend nötig“, sagt Klonsky. „Bisher lag der Fokus im Wesentlichen auf dem Typus, der Selbstmord begeht – die Demographie, Genetik – ohne tatsächlich auch die Motivationen zu erforschen. Unsere Studie ist die erste Arbeit, die dies systematisch macht“.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Universität von British Columbia, Juni 2013

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