Transkranielle Magnetstimulation gegen Zwangsstörung

Transkranielle Magnetstimulation gegen Zwangsstörungen, Zwänge

Psychische Störungen – Zwangserkrankungen

FDA genehmigt Brainsway Deep Transcranial Magnetic Stimulation zur Behandlung von Zwangserkrankungen

17.08.2018 Die U.S. Food and Drug Administration hat heute die Vermarktung des Brainsway Deep Transcranial Magnetic Stimulation Systems zur Behandlung von Zwangsstörungen zugelassen.

Brainsway-TMS

Die transkranielle Magnetstimulation (TMS) ist ein nicht-invasives Verfahren, das mit Hilfe von Magnetfeldern Nervenzellen im Gehirn stimuliert. Die FDA hat bereits die Anwendung von TMS zur Behandlung von schweren Depressionen im Jahr 2008 zugelassen und im Jahr 2013 auf TMS zur Behandlung von Schmerzen im Zusammenhang mit bestimmten Migräne-Kopfschmerzen ausgeweitet.

transkranielle-magnet-stimulation

Die Zulassung beruht auf Daten aus einer randomisierten, multizentrischen Studie mit 100 Patienten, von denen 49 Patienten mit dem Brainsway-Gerät und 51 mit einem nicht funktionierenden (Schein-)Gerät behandelt wurden.

Wirksamkeit

Patienten, die bereits wegen ihrer Zwangsstörung behandelt wurden (Medical Management), behielten während der gesamten Studie ihre aktuelle Dosierung bei.

Die Studie untersuchte die Verringerung der Zwangssymptome anhand der Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale (YBOCS), ein gängiges Messinstrument für die Schwere der Zwangskrankheit eines Patienten.

Die Ergebnisse zeigten, dass 38 Prozent der Patienten auf das Brainsway-Gerät ansprachen (d.h. mehr als 30 Prozent weniger Punkte auf der YBOCS), während nur 11 Prozent der Patienten auf die vorgetäuschte transkranielle Magnetstimulation ansprachen.

Nebenwirkungen

Die häufigste Nebenwirkung war Kopfschmerz: 37,5 Prozent der Patienten, die mit dem Brainsway-Gerät behandelt wurden, und bei 35,3 Prozent der Patienten, die die Scheinbehandlung erhielten.

Es wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen im Zusammenhang mit dem Brainsway-Gerät berichtet. Andere Nebenwirkungen wie Schmerzen oder Beschwerden an der Applikationsstelle, Kieferschmerzen, Gesichtsschmerzen, Muskelschmerzen, Spasmen oder Zuckungen und Nackenschmerzen wurden als leicht oder mittelschwer beschrieben und verschwanden kurz nach der Behandlung.

Kontraindikation, Gegenanzeigen

Das Brainsway-Gerät ist kontraindiziert für Patienten mit metallischen Gegenständen oder implantierten Stimulatoren in oder in der Nähe des Kopfes, einschließlich Cochlea-Implantaten, Tiefenhirnstimulatoren, Vagusnervstimulatoren, anderen implantierten Elektroden oder Stimulatoren, Aneurysma-Clips oder Spulen, Stents, Kugelfragmenten, Schmuck und Haarspangen.

Während der Magnetstimulation mit dem Brainsway-Gerät muss der Patient Ohrstöpsel verwenden, um die Exposition gegenüber den lauten Geräuschen des Geräts zu reduzieren. Patienten mit früheren Krampfanfällen sollten ihre Vorgeschichte mit ihrem Arzt besprechen, bevor sie das TMS-Gerät erhalten.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: FDA

Tiefe transkranielle Magnetstimulation lindert Symptome von Zwangsstörungen

08.09.2019 Eine auf dem European College of Neuropsychopharmacology (ECNP) Kongress in Copenhagen und in der Zeitschrift American Journal of Psychiatry vorgestellte Studie zeigt, dass die Fokussierung einer starken nicht-invasiven Magnetstimulation auf ein bestimmtes Hirnareal die Symptome einer Zwangsstörung verbessern kann.

dTMS

Die tiefe transkranielle Magnetstimulation (Deep Transcranial Magnetic Stimulation – dTMS) ist eine Art Hirnstimulationstechnik, bei der gepulste Magnetfelder durch eine Magnetspule auf der Kopfhaut erzeugt werden. Dieses Feld aktiviert die neuronalen Schaltkreise im Zielgebiet des Gehirns, was zu einer Verbesserung der Symptome führen soll. Es wird klinisch auch zur Behandlung einiger schwieriger Fälle von Depressionen eingesetzt.

Lior Carmi vom Chaim Sheba Medical Center in Israel und Kollegen behandelten in einer multizentrischen, randomisierten und kontrollierten Studie 99 Patienten mit Zwangsstörungen entweder mit dTMS oder einer Scheinbehandlung. Alle Patienten in der Studie hatten bisher nicht auf die Behandlung mit Antidepressiva angesprochen.

Anteriorer cingulärer Cortex und medialer präfrontaler Cortex

Die Sitzungen bestanden aus 6 Wochen täglicher dTMS (20Hz) Behandlung, die sich auf bestimmte Bereiche des Gehirns (anteriorer [vorderer] cingulärer Cortex (ACC) und medialer präfrontaler Cortex (mPFC)) konzentrierte, die mit Zwangserkrankungen zusammenhängen. Nach 6 Wochen sprachen 38% der Behandelten auf die Behandlung an. Sie zeigten eine durchschnittliche Reduktion des Symptomschweregrads um mehr als 30%, verglichen mit 11% bei den Patienten, die die Scheinbehandlung erhielten.

Einen Monat nach Abschluss der Behandlung betrug die Ansprechrate 45,2% in der aktiven Gruppe gegenüber 17,8% in der Kontrollgruppe. Etwa ein Drittel der behandelten Gruppe und der unbehandelten Gruppe klagte über Kopfschmerzen, aber nur 2 brachen die Studie aufgrund von Schmerzen ab.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: American Journal of Psychiatry – https://doi.org/10.1176/appi.ajp.2019.18101180

Schreiben Sie uns >> hier << über Ihre Erfahrungen und lesen Sie die Erfahrungsberichte / Kommentare zu diesem Thema.

Weitere News aus der Forschung



Schreiben Sie uns zu diesem Thema. Aus Lesbarkeitsgründen bitte Komma, Punkt und Absatz setzen (keine persönlichen Angaben - wie Name, Anschrift etc).

Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren