Kokainabhängigkeit: Rückfall, Rezidiv

Kokainabhängigkeit: Rückfall, Rezidiv

Wann Kokainabhängige am anfälligsten für einen Rückfall sind

und warum gängige Suchtprogramme das Risiko für ein Rezidiv erhöhen können

08.09.2016 Eine im Fachblatt JAMA Psychiatry publizierte Studie der Icahn School of Medicine at Mount Sinai konnte mit Hilfe von Elektroenzephalographie (EEG) feststellen, dass Kokainabhängige anfälliger für einen Rückfall in die Sucht zwischen dem 2. Tag und dem 1. Monat und am anfälligsten zwischen dem 1. Monat und den folgenden fünf Monaten sind.


Bild: Gerd Altmann

Es ist nicht bekannt, warum Personen mit dieser Sucht so oft rückfällig werden, selbst nachdem sie schon längere Zeit abstinent waren. Es ist aber bekannt, dass Hinweisreiz-induziertes Craving – Craving aufgrund des Kontakts mit bestimmten Stimuli, die mit dem Drogenkonsum verbunden sind – eine wichtige Rolle beim Rückfallrisiko spielen.

In dieser 5-jährigen Studie mit 76 kokainabhängigen Teilnehmern zeigte selbstberichtetes Craving einen kontinuierlichen Abwärtstrend mit der Fortdauer der Abstinenz im Gegensatz zu den EEG-Maßen, und betont damit potentielle Unterschiede zwischen der physiologischen Reaktion auf Drogen-verbundende Stimuli bei abhängigen Personen und deren Wahrnehmung dieser Reaktion.

Die Ergebnisse sind wichtig, weil sie eine objektiv festgestellte Phase einer hohen Anfälligkeit für einen Rückfall in die Sucht identifizieren, sagte Dr. Muhammad Parvaz, Professor der Psychiatrie und Neurowissenschaften und Studienleiter.

Leider fällt diese besonders gefährliche Phase der Anfälligkeit in die Zeit, in der die meisten Behandlungsprogramme ihre Teilnehmer entlassen, wodurch sie womöglich das Rückfallrisiko – die Neigung zum Rezidiv – dieser Personen erhöhen könnten, schreiben die Wissenschaftler.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Icahn School of Medicine at Mount Sinai, JAMA Psychiatry – doi:10.1001/jamapsychiatry.2016.2181; Sept. 2016



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