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Transkranielle Magnetstimulation (TMS) bei Zwangsstörungen

Auswirkungen der transkraniellen Magnetstimulation (Theta-Burst-Stimulation) des rostromedialen präfrontalen Kortex bei Zwangsstörungen

Transkranielle Magnetstimulation (TMS) bei Zwangsstörungen

03.08.2023 Eine achtjährige klinische Studie des QIMR Berghofer zur Behandlung von Zwangsstörungen mit transkranieller Magnetstimulation (TMS) ist mit einem negativen Ergebnis beendet worden.

Die in der Fachzeitschrift Nature Mental Health veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass eine spezielle Form der transkraniellen Magnetstimulation die Symptome der Zwangsstörung nicht lindern konnte.

Associate Professor Luca Cocchi sagte jedoch, dass die eindeutigen Ergebnisse dazu beitragen werden, einen Weg für die laufende Suche seines Teams nach neuen Hirnstimulationsbehandlungen aufzuzeigen.

Im Mittelpunkt der TMS-Studie stand die Frage, ob die Intervention in Kombination mit bestehenden Behandlungen einen nicht-invasiven Weg zur Verringerung der Zwangssymptome bieten könnte.

Bei der TMS werden magnetische Impulse abgegeben, um Nervenzellen zu stimulieren und die Gehirnaktivität zu verändern. Eine spezielle Form der TMS hat sich bei der Behandlung von Depressionen bewährt, ihre Wirksamkeit bei Zwangsstörungen war jedoch im Vorfeld der QIMR-Berghofer-Studie unklar.

Theta-Burst-Stimulation nicht besser als Placebo

Etwa die Hälfte der Teilnehmer erhielt 20 Sitzungen aktiver TMS, um die Aktivität der mit Zwangsstörungen verbundenen Gehirnnetzwerke zu verändern. Der Rest erhielt eine Scheinbehandlung, die die TMS nachahmte, aber keine Auswirkungen auf die Gehirnaktivität hatte.

“Letztlich zeigten unsere Ergebnisse, dass unsere Form der aktiven TMS-Behandlung (Theta-Burst-Stimulation) nicht besser abschnitt als die Placebobehandlung”, so Cocchi.

“Interessanterweise konnten wir einen signifikanten Rückgang der Symptome feststellen, was möglicherweise auf die regelmäßige Nachsorge zurückzuführen ist, die die Teilnehmer während der Studie erhielten. Dieser Rückgang unterschied sich jedoch nicht zwischen den beiden Gruppen.
“Das sagt uns, dass die TMS innerhalb der spezifischen Parameter, die wir verwendet haben, nicht funktioniert hat. Aber wir haben eine Reihe von sehr wertvollen Ergebnissen, die uns Hinweise darauf geben, warum die Intervention nicht funktioniert hat und wie wir unsere Forschung in Zukunft ausrichten sollten.”

Zum Beispiel war die Stärke der TMS-Stimulation während der Studie relativ gering. Cocchi sagte, das Ergebnis deute darauf hin, dass die Forscher in Zukunft möglicherweise mit einer höheren Intensität stimulieren müssten, um therapeutische Veränderungen der Gehirnaktivität zu bewirken.

“Dies könnte durch eine Erhöhung des Schwellenwerts der TMS-Stimulation oder durch die Verwendung einer anderen Intervention oder Technik erreicht werden. Andere Behandlungsmöglichkeiten mit fokussiertem Ultraschall und Tiefenhirnstimulation könnten die erforderlichen Veränderungen wirksamer herbeiführen.”

Er sagte, dass die TMS-Ergebnisse bereits in weitere geplante Forschungsarbeiten zur Hirnstimulationstherapie einfließen.

© Psylex.de – Quellenangabe: Nat. Mental Health (2023). https://doi.org/10.1038/s44220-023-00094-0

News zu: Transkranielle Magnetstimulation (TMS) bei Zwangsstörungen

FDA genehmigt Brainsway Deep Transcranial Magnetic Stimulation zur Behandlung von Zwangserkrankungen

17.08.2018 Die U.S. Food and Drug Administration hat heute die Vermarktung des Brainsway Deep Transcranial Magnetic Stimulation Systems zur Behandlung von Zwangsstörungen zugelassen.

Brainsway-TMS

Die transkranielle Magnetstimulation (TMS) ist ein nicht-invasives Verfahren, das mit Hilfe von Magnetfeldern Nervenzellen im Gehirn stimuliert. Die FDA hat bereits die Anwendung von TMS zur Behandlung von schweren Depressionen im Jahr 2008 zugelassen und im Jahr 2013 auf TMS zur Behandlung von Schmerzen im Zusammenhang mit bestimmten Migräne-Kopfschmerzen ausgeweitet.

Die Zulassung beruht auf Daten aus einer randomisierten, multizentrischen Studie mit 100 Patienten, von denen 49 Patienten mit dem Brainsway-Gerät und 51 mit einem nicht funktionierenden (Schein-)Gerät behandelt wurden.

Wirksamkeit

Patienten, die bereits wegen ihrer Zwangsstörung behandelt wurden (Medical Management), behielten während der gesamten Studie ihre aktuelle Dosierung bei.

Die Studie untersuchte die Verringerung der Zwangssymptome anhand der Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale (YBOCS), ein gängiges Messinstrument für die Schwere der Zwangskrankheit eines Patienten.

Die Ergebnisse zeigten, dass 38 Prozent der Patienten auf das Brainsway-Gerät ansprachen (d.h. mehr als 30 Prozent weniger Punkte auf der YBOCS), während nur 11 Prozent der Patienten auf die vorgetäuschte transkranielle Magnetstimulation ansprachen.

Nebenwirkungen

Die häufigste Nebenwirkung war Kopfschmerz: 37,5 Prozent der Patienten, die mit dem Brainsway-Gerät behandelt wurden, und bei 35,3 Prozent der Patienten, die die Scheinbehandlung erhielten.

Es wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen im Zusammenhang mit dem Brainsway-Gerät berichtet. Andere Nebenwirkungen wie Schmerzen oder Beschwerden an der Applikationsstelle, Kieferschmerzen, Gesichtsschmerzen, Muskelschmerzen, Spasmen oder Zuckungen und Nackenschmerzen wurden als leicht oder mittelschwer beschrieben und verschwanden kurz nach der Behandlung.

Kontraindikation, Gegenanzeigen

Das Brainsway-Gerät ist kontraindiziert für Patienten mit metallischen Gegenständen oder implantierten Stimulatoren in oder in der Nähe des Kopfes, einschließlich Cochlea-Implantaten, Tiefenhirnstimulatoren, Vagusnervstimulatoren, anderen implantierten Elektroden oder Stimulatoren, Aneurysma-Clips oder Spulen, Stents, Kugelfragmenten, Schmuck und Haarspangen.

Während der Magnetstimulation mit dem Brainsway-Gerät muss der Patient Ohrstöpsel verwenden, um die Exposition gegenüber den lauten Geräuschen des Geräts zu reduzieren. Patienten mit früheren Krampfanfällen sollten ihre Vorgeschichte mit ihrem Arzt besprechen, bevor sie das TMS-Gerät erhalten.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: FDA

Tiefe transkranielle Magnetstimulation lindert Symptome von Zwangsstörungen

08.09.2019 Eine auf dem European College of Neuropsychopharmacology (ECNP) Kongress in Copenhagen und in der Zeitschrift American Journal of Psychiatry vorgestellte Studie zeigt, dass die Fokussierung einer starken nicht-invasiven Magnetstimulation auf ein bestimmtes Hirnareal die Symptome einer Zwangsstörung verbessern kann.

dTMS

Die tiefe transkranielle Magnetstimulation (Deep Transcranial Magnetic Stimulation – dTMS) ist eine Art Hirnstimulationstechnik, bei der gepulste Magnetfelder durch eine Magnetspule auf der Kopfhaut erzeugt werden. Dieses Feld aktiviert die neuronalen Schaltkreise im Zielgebiet des Gehirns, was zu einer Verbesserung der Symptome führen soll. Es wird klinisch auch zur Behandlung einiger schwieriger Fälle von Depressionen eingesetzt.

Lior Carmi vom Chaim Sheba Medical Center in Israel und Kollegen behandelten in einer multizentrischen, randomisierten und kontrollierten Studie 99 Patienten mit Zwangsstörungen entweder mit dTMS oder einer Scheinbehandlung. Alle Patienten in der Studie hatten bisher nicht auf die Behandlung mit Antidepressiva angesprochen.

Anteriorer cingulärer Cortex und medialer präfrontaler Cortex

Die Sitzungen bestanden aus 6 Wochen täglicher dTMS (20Hz) Behandlung, die sich auf bestimmte Bereiche des Gehirns (anteriorer [vorderer] cingulärer Cortex (ACC) und medialer präfrontaler Cortex (mPFC)) konzentrierte, die mit Zwangserkrankungen zusammenhängen. Nach 6 Wochen sprachen 38% der Behandelten auf die Behandlung an. Sie zeigten eine durchschnittliche Reduktion des Symptomschweregrads um mehr als 30%, verglichen mit 11% bei den Patienten, die die Scheinbehandlung erhielten.

Einen Monat nach Abschluss der Behandlung betrug die Ansprechrate 45,2% in der aktiven Gruppe gegenüber 17,8% in der Kontrollgruppe. Etwa ein Drittel der behandelten Gruppe und der unbehandelten Gruppe klagte über Kopfschmerzen, aber nur 2 brachen die Studie aufgrund von Schmerzen ab.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: American Journal of Psychiatry – https://doi.org/10.1176/appi.ajp.2019.18101180

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