Auftreten von Typ-2-Diabetes bei psychischen Störungen

Typ-2-Diabetes ist bei Menschen mit psychischen Störungen (insbesondere bei Schlafstörungen) häufiger anzutreffen

30.11.2021 Eine neue in Diabetologia veröffentlichte Studie zeigt, dass die Prävalenz von Typ-2-Diabetes (T2D) bei Menschen mit einer psychischen Störung im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöht ist.

Die Studie wurde von Nanna Lindekilde, Fachbereich für Psychologie, Universität von Süddänemark, Odense, Dänemark, und Kollegen durchgeführt.

Frühere Untersuchungen haben ergeben, dass die Prävalenz von Typ-2-Diabetes bei Menschen mit bipolarer Störung, Schizophrenie und klinischer Depression höher ist als in der Allgemeinbevölkerung. Trotzdem gibt es derzeit keinen systematischen Überblick über diese Forschungsarbeiten zur Untersuchung der möglichen Zusammenhänge zwischen dem Auftreten von T2D und psychischen Erkrankungen im Allgemeinen.

Die Studie

Die Autoren führten eine eingehende Suche in vier elektronischen Datenbanken mit wissenschaftlichen Arbeiten durch und fanden 32 systematische Übersichten auf der Grundlage von 245 eigenständigen Primärstudien. Es gab 11 Kategorien von Störungen: Schizophrenie, bipolare Störung, Depression, Drogenmissbrauch, Angststörung, Essstörung, geistige Behinderung, Psychose, Schlafstörung, Demenz und eine „gemischte“ Gruppe, die verschiedene Arten von psychischen Erkrankungen umfasste.

Die Studie ergab, dass Menschen mit einer Schlafstörung mit 40 % die höchsten T2D-Raten aufwiesen, während die Prävalenzen bei Personen mit anderen psychischen Störungen 21 % (Binge-Eating-Störung), 16 % (Substanzkonsumstörung), 14 % (Angststörungen), 11 % (Bipolare Störung) und 11 % (Psychose) betrugen. Die Prävalenz von Typ-2-Diabetes war bei Menschen mit einer geistigen Behinderung mit 8 % am niedrigsten. In jedem Fall sind diese Raten genauso hoch oder höher als die 6-9 % Typ-2-Diabetes in der Allgemeinbevölkerung, schreiben die Studienautoren.

Die Psychologen erklären, dass Schlafstörungen eine Untergruppe der psychiatrischen Störungen darstellen und eine hohe Komorbidität mit verschiedenen anderen Krankheiten aufweisen. In der Übersichtsarbeit wurden die meisten Primärstudien bei Menschen mit zusätzlichen Krankheiten wie chronischen Nierenerkrankungen durchgeführt.

Die Autoren erklären:

Es sei wahrscheinlich, dass diese körperliche Komorbidität zu den hohen T2D-Prävalenzschätzungen bei Menschen mit einer Schlafstörung beitragen würden. Der Zusammenhang zwischen Typ-2-Diabetes und Schlafstörungen ist wahrscheinlich bidirektional, wobei Schlafstörungen das Risiko für die Entwicklung von Diabetes erhöhen, während Diabetes, insbesondere in Kombination mit schlechter Stoffwechseleinstellung, das Risiko für die Entwicklung von Schlafproblemen erhöht.

© Psylex.de – Quellenangabe: Diabetologia (2021). DOI: 10.1007/s00125-021-05609-x

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