‚Basketballpsychologie‘: Warum der ‚Kopf‘ beim Basketball den Körper übertrumpft

Spielerprofilierung und -monitoring im Basketball: Eine Studie über die wichtigsten nicht spielbezogenen Leistungsindikatoren aus der Sicht von Spitzensporttrainern

01.12.2021 Eine neue Studie unter der Leitung von Michael Rogers von der University of South Australia zeigt, warum Trainer glauben, dass „Spielintelligenz“, Arbeitsmoral und Wettbewerbsfähigkeit (psychologische Eigenschaften, die z.B. der höchstbezahlteste Sportler überhaupt – der US-Basketballspieler Michael Jordan – in Hülle und Fülle besitzt bzw. besaß) für den Erfolg auf dem Basketballfeld viel wichtiger sind als körperliche Fitness.

Rogers befragte 90 Basketballtrainer aus 23 Ländern, um herauszufinden, welche Faktoren – abgesehen von der Spitzenfitness – bei der Auswahl von Spielern für die große Liga eine Rolle spielen.

Auf der Liste ganz oben: psychologische Merkmale

35 Leistungsindikatoren hielten die Trainer für besonders wichtig und ganz oben auf der Liste standen psychologische Eigenschaften, sagt Rogers.

Trainer suchen nach wettbewerbsfähigen Spielern mit einer starken Arbeitsmoral, mit hervorragenden Kommunikationsfähigkeiten, guten Teameigenschaften und einem guten Spielverständnis. Dass sie super fit sind, ist eine Selbstverständlichkeit. Es sind die anderen Eigenschaften, die den Unterschied auf der Anzeigetafel ausmachen.

Spielstatistiken werden häufig zur Rekrutierung von Basketballspielern herangezogen, aber durch die Beobachtung der Spieler auf dem Spielfeld und ihres Verhaltens außerhalb des Spielfelds können die Trainer viele nicht-körperliche Faktoren erkennen, die Aufschluss darüber geben, ob ein Spieler es wahrscheinlich schaffen wird.

Einstellung, Trainierbarkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsmoral

Von den 35 Leistungsindikatoren der Basketballtrainer sind 14 psychologischer Natur, und vier davon – Einstellung, Trainierbarkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsmoral – werden als besonders wichtig angesehen.

Basketballspieler, die optimistisch sind, sich leicht trainieren lassen und die entschlossen sind, erfolgreicher zu sein und härter zu arbeiten als andere, werden von den Trainern bevorzugt, sagt Rogers.

Die Trainer gaben an, dass Spieler, die sich selbst über ihr Team stellen, keine gute Wahl sind.

Mentale Stärke

Auch die mentale Stärke ist entscheidend, denn die Fähigkeit zur Konzentration auf jedes Spiel, insbesondere wenn man müde ist, spiegelt sich auf der Anzeigetafel wider.

Nach Ansicht der befragten Trainer sind Belastbarkeit, Motivation und eine gute Kommunikation auf dem Spielfeld entscheidend, um die Besten von den anderen zu unterscheiden, sobald die Spieler das Spitzenniveau erreicht haben, sagt Rogers.

Interessanterweise waren die körperliche Fitness und die Bewegungsfähigkeiten die am wenigsten wichtigen Indikatoren.

Die in der Fachzeitschrift Sports Medicine veröffentlichte Studie ist die erste, die Schlüsselindikatoren für die Rekrutierung von Basketballspielern anhand eines großen internationalen Panels von Eliteländern aus FIBA-Ländern untersuchte, schreiben die Studienautoren.

© Psylex.de – Quellenangabe: Sports Medicine, 2021; DOI: 10.1007/s40279-021-01584-w




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