Rolle der Sinne bei Ekel, Abscheu

Ekelgefühle hängen eher mit den Nahsinnen als mit den Fernsinnen zusammen

Rolle der Sinne bei Ekel, Abscheu

21.03.2024 Ein Psychologenteam der Macquarie University in Australien hat anhand von Umfragen herausgefunden, dass Ekelgefühle eher mit den proximalen (Nahsinnen) als mit den distalen Sinnen (Fernsinnen) in Verbindung gebracht werden. Für ihre in der Fachzeitschrift Royal Society Open Science veröffentlichte Studie führte die Gruppe zwei getrennte Umfragen mit Universitätsstudenten durch, um verschiedene Arten von Ekelgefühlen zu erfassen.

Ekel wird als starkes Gefühl der Abscheu oder Missbilligung definiert, das im Allgemeinen durch etwas verursacht wird, das als anstößig oder unangenehm empfunden wird. Frühere Forschungen haben gezeigt, dass Menschen, die Ekelgefühle empfinden, dazu neigen, diesen Ekel mit typischen Gesten zum Ausdruck zu bringen, z. B. die Stirn runzeln, die Nase rümpfen und möglicherweise zurückweichen.

In dieser neuen Studie wollte das Forscherteam mehr über die Natur des Ekels erfahren – welche Dinge Menschen am ekelhaftesten finden. Das Ziel bestand nicht darin, eine Liste ekelerregender Dinge zu erstellen, sondern ekelerregende Dinge zu kategorisieren, um mehr über die Natur des Ekels zu erfahren und darüber, was er für Menschen im Allgemeinen bedeutet. Zu diesem Zweck wurden im Abstand von einer Woche zwei Umfragen an Universitätsstudenten verschickt.

Fernsinne und Nahsinne

In der ersten Umfrage, die von 127 Schülern ausgefüllt und zurückgeschickt wurde, wurden die Teilnehmer vor allem nach den ekelhaftesten oder abstoßendsten Dingen gefragt, die sie je erlebt hatten. Die zweite Umfrage, die an die 127 Teilnehmer der ersten Umfrage geschickt wurde, wurde von 89 Personen beantwortet. Sie konzentrierte sich auf ekelerregende Dinge, die sie in der Woche seit dem Ausfüllen der ersten Umfrage beobachtet hatten.

Das Forscherteam fand ein Muster: Die meisten ekelerregenden Dinge, von denen die Befragten berichteten, bezogen sich eher auf die proximalen Sinne (Nahsinne: Geschmack, Geruch und Berührung) als auf die distalen Sinne (Fernsinne: Sehen und Hören). Sie stellten auch fest, dass solche Antworten am häufigsten mit Dingen in Verbindung gebracht wurden, die mit dem Immunsystem zu tun haben, wie z. B. zu sehen, wie Flüssigkeit aus der Nase anderer Personen läuft oder wie Schleim aus dem Mund eines hustenden Menschen fliegt. Solche Reaktionen, so vermuten sie weiter, waren wahrscheinlich Teil unseres evolutionären Prozesses als Reaktion auf Krankheiten – Ekelreaktionen schrecken Menschen ab und verhindern Infektionen.

© Psylex.de – Quellenangabe: Royal Society Open Science (2024). DOI: 10.1098/rsos.231156

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