Cannabisbestandteil Cannabidiol beeinträchtigt das Fahren nicht

Auswirkungen von Cannabidiol auf simuliertes Fahren und kognitive Leistungen: Die verkehrspsychologische Studie untersuchte verschiedene Dosierungen

31.05.2022 Millionen von Verbrauchern und Patienten auf der ganzen Welt werden durch die Ergebnisse der jüngsten verkehrspsychologischen Studie zu Cannabis und Autofahren ermutigt sein.

Die von der Universität Sydney geleitete Studie kommt zu dem Ergebnis, dass 1500 mg, die höchste medizinische Tagesdosis von Cannabidiol (CBD), keine Auswirkungen auf die Fahrtauglichkeit oder die kognitiven Fähigkeiten der Menschen hat.

Cannabidiol (CBD)

CBD ist ein Cannabisbestandteil, der sowohl für medizinische als auch für „Wellness“-Zwecke verwendet wird, etwa um den Schlaf zu fördern oder die Energie zu steigern. Es wird häufig oral in Form von Öl konsumiert.

In den meisten Ländern ist es erlaubt, unter CBD-Konsum Auto zu fahren. In New South Wales (Australien) beispielsweise ist es legal, sofern der Fahrer nicht aufgrund von Müdigkeit und/oder niedrigem Blutdruck „beeinträchtigt“ ist. Die vorliegende Studie zeigt, dass Cannabidiol selbst bei der höchsten medizinischen Dosis von 1500 mg keine Beeinträchtigung verursacht, abgesehen von Kontraindikationen.

Obwohl CBD im Allgemeinen als „nicht berauschend“ gilt, sind seine Auswirkungen auf sicherheitsrelevante Aufgaben noch nicht geklärt“, sagte die Hauptautorin Dr. Danielle McCartney von der Lambert Initiative for Cannabinoid Therapeutics der Universität. „Unsere Studie ist die erste, die bestätigt, dass Cannabidiol, wenn es als solches konsumiert wird, fahrsicher ist“.

Im Gegensatz zum Cannabisbestandteil THC, der Beruhigung, Euphorie (ein „High“) und Beeinträchtigung hervorrufen kann, scheint CBD nicht berauschend zu wirken. Stattdessen hat es Berichten zufolge eine beruhigende und schmerzlindernde Wirkung.

Die Spitzenkonzentration von Cannabidiol im Blutplasma einer Person wird in der Regel innerhalb von drei bis vier Stunden nach der oralen Einnahme erreicht, obwohl die Reaktionen individuell unterschiedlich ausfallen.

Über die Studie

An der im Journal of Psychopharmacology veröffentlichten Studie nahmen 17 Teilnehmer teil, die simulierte Fahraufgaben absolvierten, nachdem sie entweder ein Placebo oder 15, 300 oder 1500 mg CBD in Öl eingenommen hatten. Diese Mengen entsprechen in vielen Ländern den häufig verwendeten Dosierungen: bis zu 150 mg/Tag rezeptfrei; und bis zu 1500 mg/Tag bei Erkrankungen wie Epilepsie, Schmerzen, Schlafstörungen und Angstzuständen.

Zunächst sollten die Teilnehmer versuchen, einen sicheren Abstand zwischen sich und einem Führungsfahrzeug einzuhalten, und dann über Autobahnen und Landstraßen „fahren“. Sie absolvierten die Aufgabe 45 bis 75 Minuten nach der Einnahme des ihnen zugewiesenen Medikaments und dann noch einmal 3,5 bis 4 Stunden danach, um die Bandbreite der Plasmakonzentrationen zu verschiedenen Zeiten zu erfassen. Sie wiederholten dies unter jeder der vier verschiedenen Behandlungen (Placebo plus drei verschiedene Dosen).

Die Forscher untersuchten die Kontrolle der Teilnehmer über das simulierte Auto, indem sie prüften, wie stark es schlängelte oder abdriftete (ein standardisiertes Maß für die Fahrfähigkeit), sowie ihre kognitiven Funktionen, ihre subjektiven Erfahrungen und die CBD-Konzentrationen in ihrem Plasma.

Kein Rausch, keine Beeinträchtiung der Fahrsicherheit

Sie kamen zu dem Schluss, dass keine CBD-Dosis Rauschgefühle auslöste oder das Fahren oder die kognitiven Leistungen zu beeinträchtigen schien.

„Wir weisen jedoch darauf hin, dass diese Studie Cannabidiol nur isoliert betrachtet hat und dass Fahrer, die CBD zusammen mit anderen Medikamenten einnehmen, dies mit Vorsicht tun sollten“, so McCartney.

Eine Studie aus dem Jahr 2020 – ebenfalls von der Universität Sydney durchgeführt – ergab, dass sehr niedrige Dosen von vaporisiertem („verdampftem“) Cannabidiol – eine ungewöhnliche Art der Einnahme des Medikaments – für den Fahrer unbedenklich waren.

© Psylex.de – Quellenangabe: Journal of Psychopharmacology (2022). DOI: 10.1177/02698811221095356

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