COVID-19-Infektion erhöht Risiko für psychische Störungen

Studie untersuchte Risiken für die psychische Gesundheit von Menschen mit COVID-19

17.02.2022 Eine im BMJ veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass COVID-19 bis zu einem Jahr nach der Erstinfektion mit einem erhöhten Risiko für psychische Störungen wie Angststörungen, Depressionen, Drogenkonsum und Schlafstörungen verbunden ist.

Die Ergebnisse legen nahe, dass die Behandlung von psychischen Störungen bei Überlebenden von COVID-19 eine Priorität sein sollte.

Einige Studien deuten darauf hin, dass bei Menschen mit COVID-19 ein erhöhtes Risiko für Angststörungen und Depressionen bestehen könnte, aber sie umfassten nur eine kleine Auswahl von Ergebnissen zur psychischen Gesundheit und verfolgten die Patienten über einen Zeitraum von maximal sechs Monaten.

Eine umfassende Bewertung der psychischen Gesundheit von Menschen mit COVID-19 nach einem Jahr wurde bisher noch nicht vorgenommen.

Die Studie

Um dies zu untersuchen, nutzten die Forscher Daten aus den nationalen Gesundheitsdatenbanken des US Department of Veterans Affairs, um das Risiko für psychische Erkrankungen bei Personen abzuschätzen, die zwischen März 2020 und Januar 2021 mindestens 30 Tage nach einem positiven PCR-Testergebnis überlebten.

Sie identifizierten Daten von 153.848 Personen und glichen sie mit zwei Kontrollgruppen ohne COVID-19 ab: 5.637.840 aktuelle Kontrollen und 5.859.251 historische Kontrollen, die vor der Pandemie stattfanden.

Die Teilnehmer waren überwiegend weiße Männer mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren.

Die COVID-19-Gruppe wurde weiter in diejenigen unterteilt, die während der akuten Phase der Infektion ins Krankenhaus aufgenommen wurden, und es wurden Informationen über potenziell einflussreiche Faktoren wie Alter, Rasse, Geschlecht, Lebensstil und Krankengeschichte gesammelt.

Die Forscher verfolgten dann alle drei Gruppen ein Jahr lang, um das Risiko für eine Reihe vorgegebener psychischer Erkrankungen abzuschätzen, darunter Angststörungen, Depressionen und Belastungsstörungen, Störungen des Substanzkonsums, neurokognitiver Abbau und Schlafstörungen.

Erhöhtes Risiko für Schlafstörungen, Depressionen, Drogensucht, neurokognitive Störungen

Im Vergleich zur nicht infizierten Kontrollgruppe wiesen Menschen mit COVID-19 nach einem Jahr ein um 60 % höheres Risiko für eine psychische Diagnose oder Verschreibung auf (dies entspricht 64 zusätzlichen Fällen pro 1.000 Personen).

Als die Forscher die psychischen Störungen separat untersuchten, stellten sie fest, dass COVID-19 nach einem Jahr mit zusätzlichen 24 pro 1.000 Personen mit Schlafstörungen, 15 pro 1.000 mit depressiven Störungen, 11 pro 1.000 mit neurokognitiven Beeinträchtigungen und 4 pro 1.000 mit Störungen des Substanzkonsums (ohne Opioide) verbunden war.

Ähnliche Ergebnisse ergaben sich, als die COVID-19-Gruppe mit der historischen Kontrollgruppe verglichen wurde.

Die Risiken waren am höchsten bei Personen, die während der anfänglichen (akuten) Phase von COVID-19 ins Krankenhaus aufgenommen wurden, zeigten sich aber auch bei Personen, die nicht ins Krankenhaus eingewiesen wurden.

Personen mit COVID-19 wiesen auch ein höheres Risiko für psychische Störungen auf als Personen mit saisonaler Influenza, während mit COVID-19 infizierte Personen im Krankenhaus ein höheres Risiko für psychische Störungen aufwiesen als Personen, die aus anderen Gründen ins Krankenhaus aufgenommen wurden.

© Psylex.de – Quellenangabe: BMJ (2022). DOI: 10.1136/bmj-2021-068993

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