Depressionen: Zusammenhang mit Herzkrankheiten und Typ-2-Diabetes

Eine niedrigere Depressionshäufigkeit geht mit einem geringeren Risiko für kardiometabolische Erkrankungen einher

17.02.2022 Eine geringere Häufigkeit – im Vergleich zu einer höheren Prävalenz – depressiver Episoden geht mit einem um 34 Prozent verringerten Risiko für koronare Herzkrankheiten und einem um 33 Prozent verringerten Risiko für Typ-2-Diabetes einher, unabhängig von Risikofaktoren des Lebensstils und der genetischen Anfälligkeit. Die Ergebnisse wurden in Nature Cardiovascular Research veröffentlicht.

Die Prävalenz unerkannter Depressionen bei Patienten mit Herzkrankheiten ist seit mehr als 40 Jahren bekannt. Es ist jedoch unklar, ob Depressionen zur Entwicklung von Herzkrankheiten beitragen oder ob sie meist sekundär zum klinischen Zustand auftreten.

Die Studie

Pradeep Natarajan und Kollegen untersuchten die Genome von 328.152 Personen europäischer Abstammung (im Alter zwischen 40 und 69 Jahren), die in der UK Biobank verfügbar waren. Anhand dieser Daten konnten die Autoren einen polygenen Risikoscore erstellen – ein spezielles Instrument, das zur Verfeinerung der Risikovorhersage für Herzerkrankungen verwendet werden kann.

Die Autoren zeigen, dass eine geringere Belastung durch eine depressive Stimmung mit einem um 34 Prozent geringeren Risiko für koronare Herzkrankheiten, 33 Prozent geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes bzw. 20 Prozent geringeren Risiko für Vorhofflimmern verbunden ist.

Diese beobachteten Zusammenhänge waren unabhängig von Lebensstilfaktoren, von denen bekannt ist, dass sie sowohl mit einer schlechten psychischen Gesundheit als auch mit dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängen, wie z. B. Ernährung, Bewegung und Rauchen. Darüber hinaus war der Zusammenhang zwischen Depression und koronarer Herzkrankheit bei Frauen höher als bei Männern.

Diese Studie erweitert unser Wissen über die mögliche Rolle von Depressionen bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Autoren kommen jedoch zu dem Schluss, dass künftige Forschungsarbeiten erforderlich sind, um die Mechanismen hinter diesen beobachteten Zusammenhängen zu bestimmen und mögliche Auswirkungen auf präventive Therapien zu ermitteln.

© Psylex.de – Quellenangabe: Nature Cardiovascular Research (2022). DOI: 10.1038/s44161-021-00011-7

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