COVID-19-Pandemie: Auswirkungen auf postpartale Depression

Studie bewertete die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die postpartale Depression

07.06.2022 Trotz erhöhter Stressfaktoren während der COVID-19-Pandemie wurde in einer neuen Studie keine höhere Inzidenz von postpartalen Depressionen (auch postnatale Depression oder Wochenbettdepression genannt) bei Frauen festgestellt, die während der Pandemie entbunden haben.

Laut der im Journal of Women’s Health veröffentlichten Studie gab es eine erhöhte Prävalenz von Stimmungsstörungen bei Personen, die während der Pandemie entbunden hatten.

Malika Waschmann von der School of Medicine der Oregon Health & Science University und ihre Mitautoren verglichen die Häufigkeit von postpartalen Depressionen bei Müttern, die im ersten Jahr der COVID-19-Pandemie entbunden hatten, mit denen, die im Jahr vor der Pandemie entbunden hatten.

Postpartale Depressionen sind eine häufige Komplikation der Schwangerschaft und betreffen 10-15 % der Betroffenen.

Die Forscher stellten fest, dass die Prävalenz von Angstzuständen und Depressionen vor der Geburt während der Pandemie erheblich anstieg. Die Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass der Anteil der PPD-Symptomatik zu Beginn der COVID-19-Pandemie stabil blieb, obwohl die zugrundeliegenden Stimmungsstörungen vor der Geburt zunahmen.

In einem begleitenden Leitartikel schreiben Dr. Michael Silverman und Dr. Holly Loudon von der Icahn School of Medicine am Mount Sinai, The Mount Sinai Hospital, dass angesichts der Tatsache, dass die COVID-19-Pandemie für die meisten eine einzigartig stressige Zeit darstellt, und der überwältigenden Annahme, dass die Pandemie die perinatale Stimmungsdysregulation signifikant erhöhen und möglicherweise die Bindung zum Kind stören würde, diese Ergebnisse auffallend kontraintuitiv erscheinen.

Waschmann et al. stellen die Hypothese auf, dass trotz der erhöhten emotionalen Störung, die auf die COVID-19-Pandemie weltweit zurückzuführen ist, soziale Einschränkungen bestimmte Aspekte der Anpassung in der frühen mütterlichen Phase verbessert haben könnten.

In der Tat zeigen immer mehr Arbeiten, dass diejenigen, die am meisten von einer besseren Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Kinderbetreuung profitierten, auch über eine bessere postpartale Stimmung während des Höhepunkts der Pandemiebeschränkungen sowie über andere Aspekte der Gesundheit und des Wohlbefindens berichteten.

© Psylex.de – Quellenangabe: Journal of Women’s Health (2022). DOI: 10.1089/jwh.2021.0428Journal of Women’s Health (2022). DOI: 10.1089/jwh.2022.0138

Ähnliche Artikel / News / Themen




Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Aus Lesbarkeitsgründen bitte Punkt und Komma nicht vergessen (keine persönlichen Angaben - wie voller Name, Anschrift etc).