Depression: Sicherheit von Elektrokonvulsionstherapie

Neue Studie bestätigt medizinische Sicherheit der Elektrokonvulsionstherapie (EKT) bei der Behandlung von Depressionen

20.07.2021 Die Elektrokonvulsionstherapie (EKT; auch Elektrokrampftherapie oder veraltet Elektroschocktherapie genannt) ist eine medizinisch sichere Intervention bei der Behandlung von Depression laut einer neuen Studie unter der Leitung des CAMH-Forschers Dr. Tyler Kaster. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift The Lancet Psychiatry veröffentlicht und ist eine der größten und umfassendsten, die die Sicherheit der EKT mit der Standardbehandlung bei Menschen mit Depressionen vergleicht.

Mehrere Studien über einen Zeitraum von Jahrzehnten haben die Wirksamkeit der EKT als psychiatrische Intervention bei Menschen mit behandlungsresistenten Depressionen bestätigt. Bis zu 80 Prozent der Menschen mit schweren Depressionen, die eine EKT erhalten, erreichen eine Remission. Trotz dieser Erfolgsrate erhält jedoch nur ein Prozent der Menschen mit schweren Depressionen jemals eine EKT, wahrscheinlich aufgrund von Bedenken über die Nebenwirkungen der EKT wie kognitive und medizinische Komplikationen, schreiben die Studienautoren.

Die Studie

Die retrospektive Kohortenstudie (nach dem Propensity-Score-Verfahren) untersuchte die psychiatrischen Aufzeichnungen von mehr als 10.000 Patienten in Ontario, deren Depressionen so schwerwiegend waren, dass sie einen mindestens dreitägigen Krankenhausaufenthalt erforderten, und verglich das Risiko eines medizinischen Krankenhausaufenthalts oder eines Todes innerhalb von 30 Tagen bei Patienten, die eine EKT erhielten, mit Patienten, die keine EKT erhielten.

Die Resultate

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass bei Personen, die mit Depressionen ins Krankenhaus eingeliefert werden, kein klinisch signifikant erhöhtes Risiko für schwerwiegende medizinische Ereignisse besteht, wenn sie sich einer EKT unterziehen, während das Risiko eines Suizids deutlich reduziert zu sein scheint.

Bipolare Depressionen waren im Vergleich zu unipolaren Depressionen mit einer größeren Reduktion des Risikos für schwerwiegende medizinische Ereignisse bei der elektrokonvulsiven Therapie verbunden.

Der Nutzen der EKT für die Depressionsentwicklung kann die Risiken in dieser Population überwiegen, schließen die Forscher.

EKT ist die einzige wirksame Behandlung, die wir in der Psychiatrie bei Depressionen haben, sagt Kaster, der EkT-Patienten am CAMH Temerty Centre for Therapeutic Brain Stimulation behandelt. Aber der Einfluss von Vorurteilen und Diskriminierung rund um die Behandlung sei enorm und verhindere den Zugang vieler Menschen zu dieser Behandlung.

© psylex.de – Quellenangabe: Lancet Psychiatry – DOI:https://doi.org/10.1016/S2215-0366(21)00168-1

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