Depression und Taurin

Studie zeigt, dass Frauen mit Depressionen eine um 20 % niedrigere Taurinkonzentration im Hippocampus haben

Depression und Taurin

15.11.2023 Ein koreanisches Forscherteam hat erstmals einen signifikanten Zusammenhang zwischen Depressionen und der Taurinkonzentration im Hippocampus, einem für Gedächtnis- und Lernfunktionen zuständigen Bereich des Gehirns, festgestellt. Diese Entdeckung bietet die Möglichkeit, die Rolle und Bedeutung von Taurin für die künftige Prävention, Diagnose und Behandlung von Depressionen aufzuzeigen.

Mit Hilfe der 7T-Magnetresonanztomographie beim Menschen (7T-MRT) haben Forscher (Dr. Youngkyu Song, Jee-Hyun Cho und Chaejoon Cheong) des Korea Basic Science Institute (KBSI) Biochemical Analysis Team bestätigt, dass die Konzentration von Taurin im Hippocampus von jungen Frauen mit Depressionen deutlich niedriger war. Die Studie wurde in der Zeitschrift Biological Psychiatry veröffentlicht.

Die Studie

In der Studie, die in Zusammenarbeit mit Forscherteams unter der Leitung von Dr. Hyungjun Kim vom Korea Institute of Oriental Medicine (KIOM) und Prof. Jin-Hun Sohn von der Chungnam National University (CNU) durchgeführt wurde, wurden zwei Gruppen von Teilnehmerinnen verglichen: eine Gruppe von 36 Patientinnen mit einer schweren depressiven Störung und eine Kontrollgruppe von 40 gesunden Frauen. Alle Teilnehmerinnen waren zwischen 19 und 29 Jahre alt.

Frühere MRT-Studien zu Depressionen haben sich darauf gerichtet, Veränderungen von Stoffwechselprodukten aufzuzeigen, die hauptsächlich auf den Bereich der Großhirnrinde am Rande des Gehirns beschränkt waren. Diese Studie ist die erste, die den Zusammenhang zwischen Metaboliten und Depression im Hippocampus, also im Inneren des Gehirns, aufdeckt.

Um Substanzen zu identifizieren, die in engem Zusammenhang mit Depressionen stehen, hat das Forscherteam die Konzentrationen von sieben Metaboliten – Taurin, Cholin, Kreatin, Glutamin, Glutamat, Myo-Inositol und N-Acetylaspartat – in den frontalen, okzipitalen und Hippocampus-Regionen junger Frauen gemessen und verglichen.

Mit Hilfe der 7T-MRT, die eine hohe Signalempfindlichkeit und -auflösung erreicht, und der sLASER-Pulsfolge, die zur Verringerung von Fehlern bei der Verschiebung chemischer Verschiebungen entwickelt wurde, gelang es dem Forscherteam, die subtilen Unterschiede bei den Taurin-Signalen im Hippocampus der Patienten- und Kontrollgruppen zu messen.

Die Konzentrationen der Metaboliten wurden ebenfalls genau bestimmt, wobei die genaue Verteilung der Bestandteile, der weißen Substanz, der grauen Substanz und der Zerebrospinalflüssigkeit (Liquor), die von der jeweiligen Person abhängt, berücksichtigt wurde. Es ist zu erwarten, dass diese Messungen in Zukunft für die Erforschung von Gehirnerkrankungen eingesetzt werden, die auf die individuellen Eigenschaften des Einzelnen zugeschnitten sind.

Der Leiter des Forscherteams am KBSI, Dr. Jee-Hyun Cho vom KBSI, sagte: “Diese Studie wird die Forschung über die Rolle von Taurin im Hippocampus und seine Beziehung zu Depressionen fördern und zur Erforschung der Pathogenese und der Entwicklung von Diagnosen bei Depressionen beitragen.”

© Psylex.de – Quellenangabe: Biological Psychiatry (2023). DOI: 10.1016/j.biopsych.2023.08.025

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