Familieninterventionen können Rückfälle bei Schizophrenie verhindern

Die Odds Ratios schwankten zwischen 0,18 für alleinige Familienpsychoedukation und 0,63 für ambulante Interventionen unter Einbeziehung der Familie

25.02.2022 Fast alle familiären Interventionsmodelle können einen Rückfall bei Schizophrenie verhindern. Dies geht aus einer systematischen Übersicht und einer Metaanalyse hervor, die in The Lancet Psychiatry veröffentlicht wurde.

Die Studie

Dr. Alessandro Rodolico von der Universität Catania in Italien und Kollegen führten eine systematische Übersichtsarbeit und eine Netzwerk-Metaanalyse durch, um familiäre Interventionsmodelle zu untersuchen, die darauf abzielen, Rückfälle bei Patienten mit Schizophrenie zu verhindern.

Elf Familieninterventionsmodelle, die in insgesamt 90 randomisierten kontrollierten Studien mit 10.340 Teilnehmern getestet wurden, wurden in der Netzwerk-Metaanalyse verglichen.

Reduktion der Schizophrenie-Rückfallrate

Die Forscher fanden heraus, dass mit Ausnahme von krisenorientierten Interventionen und Familienpsychoedukation mit zwei oder weniger Sitzungen alle Interventionen im Vergleich zur üblichen Behandlung die Rückfallrate zum primären Zeitpunkt von 12 Monaten signifikant reduzierten.

Im Vergleich zur Standardbehandlung schwankten die Odds Ratios zwischen 0,18 und 0,63 für die alleinige Familienpsychoedukation und die ambulanten Interventionen unter Einbeziehung von Familienmitgliedern.

In verschiedenen Sensitivitäts- und Untergruppenanalysen erwiesen sich die Ergebnisse als robust. Für verschiedene Vergleiche reichte das Konfidenzniveau der Schätzwerte von mäßig bis sehr niedrig.

Diese Ergebnisse sollten bei zukünftigen klinischen Leitlinien berücksichtigt werden, schreiben die Autoren. „Insbesondere im Kontext begrenzter Ressourcen sollte die alleinige Familienpsychoedukation als einfaches, aber hochwirksames Instrument angeboten werden.“

© Psylex.de – Quellenangabe: The Lancet Psychiatry (2022). DOI: 10.1016/S2215-0366(21)00437-5

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