Gebärdensprache im Gehirn

Sprache ist mehr als Sprechen: Wie das Gehirn Gebärdensprache verarbeitet

16.02.2021 Über 70 Millionen gehörlose Menschen weltweit verwenden eine der mehr als 200 Gebärdensprachen. Obwohl sie im Gehirn auf ähnliche Strukturen wie Lautsprachen zugreifen, konnte man bisland nicht die Hirnregionen identifizieren, die beide Sprachformen nutzen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) haben nun herausgefunden, das Broca-Areal in der linken Hirnhälfte ist der zentrale Knotenpunkt sowohl in gebärdeter als auch gesprochener Form. Damit zeigt sich: Unser Gehirn ist generell darauf ausgerichtet, Grammatik und Bedeutung von Sprache zu verarbeiten. Ob sie gehört oder oder gesehen wird, scheint dabei unbedeutend.

Die Sprachfähigkeit ist eines der wesentlichen Merkmale, das den Menschen von anderen Tieren unterscheidet. Viele Menschen würden wohl intuitiv Sprache und Sprechen gleichsetzen. Die kognitionswissenschaftliche Forschung zu Gebärdensprachen seit den 60er Jahren zeichnet jedoch ein anderes Bild: Heute ist klar, Gebärdensprachen sind vollwertige autonome Sprachen und verfügen über eine komplexe Organisation auf mehreren sprachlichen Ebenen wie Grammatik und Bedeutung. Vorangegangene Studien zur Verarbeitung von Gebärdensprache im menschlichen Gehirn hatten bereits einige Ähnlichkeiten und auch Unterschiede zwischen Gebärden- und Lautsprachen gefunden. Bislang war es jedoch schwierig, daraus ein einheitliches Bild über die Verarbeitung beider Formen von Sprache im Gehirn abzuleiten.

Quellenangabe: Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

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