Höhere Sterblichkeit bei psychisch Erkrankten während Pandemie

Studie: Die COVID-19-Mortalitätsraten waren bei neun psychiatrischen Erkrankungen erhöht, darunter Lernstörungen, Essstörungen

16.10.2021 Die erhöhte Sterblichkeitsrate bei Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen erhöhte sich noch während der COVID-19-Pandemie laut einer in The Lancet Regional Health – Europe veröffentlichten Studie.

Dr. Jayati Das-Munshi vom King’s College London im Vereinigten Königreich und Kollegen untersuchten alters- und geschlechtsstandardisierte Mortalitätsraten (SMR) für neun psychiatrische Erkrankungen anhand prospektiver Daten von 167.122 Teilnehmern eines großen Anbieters von psychiatrischen Behandlungen in London im Vereinigten Königreich von 2019 bis 2020.

Die Forscher fanden heraus, dass die Gesamtmortalitätsraten in allen psychiatrischen Kohorten mehr als doppelt so hoch waren wie in der Allgemeinbevölkerung, bevor die Weltgesundheitsorganisation COVID-19 am 30. Januar 2020 zu einem öffentlichen Gesundheitsnotfall erklärte.

Die Gesamt-SMR stiegen bis zum zweiten Quartal 2020 weiter an, als das Vereinigte Königreich erhebliche Spitzenwerte bei den COVID-19-Todesfällen verzeichnete, wobei die COVID-19-SMR für alle psychischen und neuropsychischen Erkrankungen erhöht waren (insbesondere 9,24 für Lernbehinderungen, 5,01 für tiefgreifende Entwicklungsstörungen, 4,81 für Essstörungen, 3,26 für Schizophrenie-Spektrum-Störungen, 3,82 für Demenz und 4,58 für Persönlichkeitsstörungen).

Während des gesamten Jahres war die Zahl der Todesfälle aufgrund anderer Ursachen mindestens doppelt so hoch wie beim Bevölkerungsdurchschnitt. Ähnlich erhöhte SMR wurden in allen ethnischen Gruppen festgestellt.

Die Ergebnisse der Studie zeichnen ein klares Bild davon, wie sich die bestehende Gefährdung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und geistigen Behinderungen während der COVID-19-Pandemie verschlimmert hat. Die höheren Sterberaten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung waren mit mehr Todesfällen durch die COVID-19-Infektion selbst sowie mit Todesfällen durch andere Ursachen verbunden, sagte Das-Munshi in einer Erklärung.

© Psylex.de – Quellenangabe: The Lancet Regional Health — Europe – DOI:https://doi.org/10.1016/j.lanepe.2021.100228

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