Magnetische Stimulation des Gehirns kann Gedächtnis verbessern

Stimulation des linken dorsolateralen präfrontalen Kortex mit langsamer rTMS verbessert die verbale Gedächtnisbildung

29.09.2021 Erinnerungen an vergangene Ereignisse und Erfahrungen machen uns zu dem, was wir sind, und doch nimmt die Fähigkeit zur Bildung dieser episodischen Erinnerungen mit dem Alter, bestimmten Demenzerkrankungen und Hirnverletzungen ab.

Eine in PLOS Biology veröffentlichte Studie von Mircea van der Plas und Simon Hanslmayr von der Universität Glasgow und Kollegen zeigt jedoch, dass eine niederfrequente repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS), die über den linken präfrontalen Kortex des Gehirns verabreicht wird, die Gedächtnisleistung verbessern kann, indem sie die Stärke der niederfrequenten Gehirnwellen bei der Bildung von Erinnerungen reduziert.

Auf der Grundlage des derzeitigen Wissens über das Gehirn und die Wirkungen der rTMS stellten die Forscher die Hypothese auf, dass sie das episodische Gedächtnis verbessern und dabei Ziele für künftige gedächtnisbezogene Therapien entwickeln könnten.

Die Forscher analysierten zunächst frühere Daten von 40 College-Studenten, die sich Wortlisten einprägen sollten. Die Hälfte der Studenten erhielt eine langsame rTMS über den linken dorsolateralen präfrontalen Kortex, während sie versuchten, sich die Wörter einzuprägen, und die andere Hälfte erhielt rTMS über eine Kontrollregion des Gehirns. In einem neuen Experiment sammelten die Forscher Daten von 24 College-Studenten, die jeweils eine ähnliche Gedächtnisaufgabe unter beiden rTMS-Bedingungen durchführten.

Stimulation des präfrontalen Kortex

Die Analyse beider Datensätze ergab, dass die Gedächtnisleistung bei den eingeprägten Wörtern besser war, während der linke präfrontale Kortex stimuliert wurde. Bei der Untersuchung der EEG-Daten, die während der Experimente aufgezeichnet wurden, stellten die Forscher fest, dass die langsame auf die präfrontale Region angewandte rTMS zu einer verringerten Leistung der niederfrequenten (Beta-)Wellen in der parietalen Region des Gehirns führte, die bekanntermaßen an Aufmerksamkeit und Wahrnehmung beteiligt ist.

Da langsame rTMS die Hirnaktivität hemmt und der präfrontale Kortex die posterioren Hirnregionen hemmt, stellen van der Plas und seine Mitautoren die Theorie auf, dass die langsame rTMS die Aktivität der parietalen Region enthemmte, was zu einer verbesserten Kodierung der zu merkenden Wörter und damit zu einer verbesserten Erinnerung führte.

van der Plas merkt an: Die elektrophysiologischen Ergebnisse deuten darauf hin, dass die frontale Stimulation ein breiteres Netzwerk beeinflusst und die Gedächtnisbildung durch Hemmung der parietalen Bereiche verbessert. Dies sind komplexe, aber interessante Effekte, die weitere Experimente erfordern, um ihre neuronale Grundlage besser zu verstehen.

© Psylex.de – Quellenangabe: PLoS Biol 19(9): e3001363. doi.org/10.1371/journal.pbio.3001363




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