Neurologische / psychische Erkrankungen erhöhen Risiko für Begleiterkrankungen

Studie untersuchte Inzidenz neurologischer und psychiatrischer Begleiterkrankungen im Zeitverlauf

14.03.2022 Menschen mit neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen haben möglicherweise eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine zweite derartige Erkrankung zu einem späteren Zeitpunkt, und ihr Geschlecht beeinflusst ihr Risiko.

Die in Age and Aging veröffentlichte Studie untersuchte auch den Einfluss des Geschlechts auf die Beziehung zwischen den psychischen Erkrankungen. Forscher der University of Waterloo und des Institute for Clinical Evaluative Science führten die Arbeit mit finanzieller Unterstützung der Neurodegenerative Disease Research Initiative (ONDRI) durch.

Studienautor Colleen Maxwell und Mitarbeiter nutzten Gesundheitsdatenbanken, um die Daten von mehr als fünf Millionen Einwohnern Ontarios im Alter von 40 bis 85 Jahren zu analysieren. Im Laufe von 14 Jahren untersuchten sie die Zusammenhänge zwischen Paaren von besonders häufigen neurologischen Erkrankungen – wie Demenz, Parkinson oder Schlaganfall – und psychischen Störungen wie Depression und Angststörungen.

Sie untersuchten den Zusammenhang zwischen diesen Erkrankungen in beide Richtungen, einschließlich der Frage, wie ein vorheriger Schlaganfall mit dem künftigen Demenzrisiko zusammenhängt und umgekehrt. In fast allen Fällen stellten die Forscher fest, dass die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer zweiten Erkrankung zunahm.

So war bei Personen mit einer früheren Parkinson-Erkrankung die Wahrscheinlichkeit für die Erkrankung an Demenz viermal so hoch wie bei Personen mit einem früheren Schlaganfall, während die Wahrscheinlichkeit für die Erkrankung an Demenz mehr als doppelt so hoch war.

Die Forscher fanden auch heraus, dass eine frühere psychiatrische Erkrankung mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einherging, später an Demenz zu erkranken. Bei einigen Erkrankungen blieb das Risiko für die Entwicklung einer zweiten Störung 10 Jahre oder länger nach der ersten bestehen.

Frauen und Männer hatten ein unterschiedliches Risiko nach einer früheren Erkrankung eine spätere zusätzliche zu entwickeln. Beim Vergleich von Männern und Frauen, die bereits einen Schlaganfall erlitten hatten, war es bei Frauen beispielsweise wahrscheinlicher, dass sie später an Demenz erkrankten als bei ihren männlichen Pendants.

Die Forscher hoffen, dass ihre Arbeit nicht nur für die unmittelbare Betreuung der Betroffenen, sondern auch für die Planung des Gesundheitssystems insgesamt von Nutzen sein kann.

© Psylex.de – Quellenangabe: Age and Ageing (2021). DOI: 10.1093/ageing/afab277

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