Schlaf und die psychische Gesundheit

Schlaf und die psychische Gesundheit

Schlafpsychologie – Schlafforschung

News und Forschungsartikel, die sich mit der Psychologie des schlechten Schlafes und den Auswirkungen auf die Psyche und die psychische Gesundheit (bzw. umgekehrt) beschäftigen.

Die psychische Gesundheit von Kindern wird durch die Schlafdauer beeinflusst

08.02.2020 Depressionen, Angstzustände, impulsives Verhalten und schlechtere kognitive Leistungen standen bei Kindern mit ungenügenden Schlaf in Verbindung laut einer in Molecular Psychiatry veröffentlichten Studie.

Die Schlafphasen sind aktive Prozesse, die die Reorganisation der Hirnschaltkreise unterstützen. Deshalb ist Schlaf besonders wichtig für Kinder, deren Gehirn sich schnell entwickelt und reorganisiert.

Wei Cheng von der Fudan University, Shanghai, und Kollegen untersuchten die Beziehung zwischen Schlafdauer und Gehirnstruktur bei 11.000 Kindern im Alter von 9-11 Jahren.

Depressivität, Angst, impulsives Verhalten und schlechtere kognitive Leistungen


Bild: pixabay

Depressivität, Angst, impulsives Verhalten und schlechtere kognitive Leistungen bei den Kindern konnten mit einer kürzeren Schlafdauer in Verbindung gebracht werden. Darüber hinaus wurde die Depressivität mit einer kurzen Schlafdauer ein Jahr später in Verbindung gebracht. Die Ergebnisse basierten auf Zusammenhangs-, nicht auf Kausalstudien.

Ein geringeres Hirnvolumen der Hirnareale, die den orbitofrontalen Cortex, den präfrontalen und temporalen Cortex, den Präkuneus und den supramarginalen Gyrus betreffen, konnten mit Hilfe eines großen Datenanalyse-Ansatzes ebenfalls mit einer kürzeren Schlafdauer verknüpft werden.

Die empfohlene Schlafdauer

Die empfohlene Schlafdauer für Kinder im Alter von sechs bis 12 Jahren beträgt neun bis 12 Stunden. Allerdings sind Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen weltweit aufgrund der zunehmenden Beanspruchung ihrer Zeit durch Schule, vermehrte Bildschirmzeit sowie sportliche und soziale Aktivitäten weit verbreitet.

Eine frühere Studie hat gezeigt, dass etwa 60% der Jugendlichen in den Vereinigten Staaten in den Schulnächten weniger als acht Stunden Schlaf erhalten.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Gesamtpunktzahl für Verhaltensprobleme bei Kindern mit weniger als sieben Stunden Schlaf im Durchschnitt 53% höher und die kognitive Gesamtpunktzahl im Durchschnitt 7,8% niedriger war als bei Kindern mit 9-11 Stunden Schlaf. Dies unterstreicht die Bedeutung von genügend Schlaf sowohl für die Kognition als auch für die psychische Gesundheit von Kindern.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Molecular Psychiatry (2020). DOI: 10.1038/s41380-020-0663-2

Unzureichender Schlaf schadet der psychischen Gesundheit von Kindern

08.07.2020 In einer im Journal of Child Psychology and Psychiatry veröffentlichten Studie, berichten Candice Alfano, Professorin für Psychologie an der Universität Houston und Direktorin des Sleep and Anxiety Center of Houston, und Kollegen über die Ergebnisse einer experimentellen Studie zu den Auswirkungen von Schlafmangel auf die psychische Gesundheit.

Die Studie zeigt, dass unzureichender nächtlicher Schlaf mehrere Aspekte der psychischen bzw. emotionalen Gesundheit von Kindern verändert.

Obwohl zahlreiche Forschungsarbeiten einen Zusammenhang zwischen nicht ausreichendem Schlaf und schlechter emotionaler Gesundheit herstellen, sind experimentelle Studien bei Kindern selten.

Alfano und ihr Team untersuchten 53 Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren über einen Zeitraum von mehr als einer Woche. Die Kinder absolvierten zweimal eine psychologische Beurteilung im Labor, einmal nach einer Nacht gesunden Schlafs und erneut nach zwei Nächten, in denen ihr Schlaf um mehrere Stunden reduziert war.

Veränderungen bei Emotionen nach Schlafentzug

Nach dem Schlafentzug beobachteten die Psychologen Veränderungen beim Erleben, der Regulation und dem Ausdrücken der Emotionen bei den Kindern. Die signifikantesten Veränderungen beobachteten sie überraschenderweise als Reaktion auf positive und nicht auf negative emotionale Stimuli, berichtet Alfano.

Alfano betont die Bedeutung ihrer Ergebnisse für das Verständnis, wie schlechter Schlaf auf das alltägliche soziale und die Psyche von Kindern „übergreifen“ kann.

Die Erfahrung und der Ausdruck positiver Emotionen sind wesentlich für Kinderfreundschaften, gesunde soziale Interaktionen und eine effektive Bewältigung, schreibt sie. Die Ergebnisse könnten erklären, warum Kinder, die im Durchschnitt weniger schlafen, mehr Probleme mit Gleichaltrigen haben, sagte sie.

Ängstlichkeit als besonderer Risikofaktor

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass die Auswirkungen des Schlafverlusts auf die psychische Gesundheit nicht bei allen Kindern gleich waren. Insbesondere zeigten Kinder mit stärkeren vorher bestehenden Angstsymptomen die dramatischsten Veränderungen in der emotionalen Reaktion nach der Schlafrestriktion.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Journal of Child Psychology and Psychiatry – https://doi.org/10.1111/jcpp.13287

Ähnliche News und Artikel



Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren