Ängste und Träume

Wie unsere Träume uns darauf vorbereiten, uns unseren Ängsten zu stellen

25.11.2019 Dienen schlechte Träume / Albträume einem sinnvollen / wirklichen Zweck? Um diese Frage zu beantworten, analysierten Forscher der Universität Genf und des Universitätsspitals Genf, Schweiz, in Zusammenarbeit mit der University of Wisconsin (USA) die Träume einer Reihe von Personen und identifizierten, welche Bereiche des Gehirns aktiviert wurden, wenn sie in ihren Träumen Angst hatten.

Sie fanden heraus, dass die Gehirnareale, die für die Kontrolle der Emotionen verantwortlich sind, nach dem Aufwachen der Teilnehmer viel effektiver auf Angst-auslösende Situationen reagierten.

Diese in der Zeitschrift Human Brain Mapping veröffentlichten Ergebnisse zeigen - so vermuten die Wissenschaftler - dass Träume helfen, besser auf angst- bzw. furchtauslösende Situationen zu reagieren. Und so könnten sie den Weg für neue traumbasierte Therapiemethoden zur Bekämpfung von Angst und Angststörungen ebnen, schreiben die Forscher.

Träume zur Lösung emotionaler Probleme


Bild: gabicuz (pixabay)

Neuere neurowissenschaftliche Theorien haben vorgeschlagen, dass Emotionen, die in Träumen erlebt werden, zur Lösung von emotionalen Problemen und zur Vorbereitung auf zukünftige affektive Reaktionen beitragen.

Die Forscher untersuchten deshalb nun, ob das Erleben von Angst im Traum mit angepassten Reaktionen auf bedrohliche Signale während der Wachheit verbunden ist.

Sie identifizierten Hirnregionen, die während aufkommender Ängste im Traum aktiviert wurden, und zeigten, dass angstauslösende Träume die Reaktion derselben Regionen auf bedrohliche Reize während der Wachheit beeinflussten.

Erhöhte Aktivität einiger Hirnregionen bei Angstträumen

Konkret haben sie in einer Studie 18 Teilnehmer, die während der Nacht mit High-Density-Elektroenzephalographie (EEG) erfasst wurden, mehrfach geweckt und sie gefragt, ob sie in ihren Träumen Angst hatten. Die Aktivität der Insula und des mittleren cingulären Cortex erhöhten sich bei angstvollen Träumen.

In einer 2. Studie untersuchten sie 89 Teilnehmer und fanden heraus, dass diejenigen mit häufigeren Ängsten in ihren Träumen eine reduzierte emotionale Erregung und fMRT-Reaktion auf angstauslösende Reize in Insula, Amygdala und dem Midcingulum-Cortex zeigten, während sie wach waren.

Emotionsregulation

Im Einklang mit den Prozessen zur besseren Emotionsregulation zeigten dieselben Teilnehmer eine erhöhte mediale präfrontale Cortexaktivität.

Diese Ergebnisse unterstützen die Annahme, dass Emotionen in Träumen und Wachheit ähnliche neuronale Substrate aktivieren, und sie belegen einen Zusammenhang zwischen emotionalen Prozessen, die während des Schlafes auftreten, und emotionalen Gehirnfunktionen während des Wachseins, schließen die Studienautoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Human Brain Mapping - https://doi.org/10.1002/hbm.24843

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