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LSD (Psyche, Gehirn, Psychologie)

Gehirnforschung – Halluzinogene

Die paradoxen psychologischen Effekte von Lysergsäurediethylamid

25.11.2016 Lysergsäurediethylamid (LSD) ist ein starkes serotonerges Halluzinogen bzw. Psychedelikum, das das Bewusstsein verändern kann. Eine in Psychological Medicine veröffentlichte Studie des Imperial College London untersuchte die kurz- und mittelfristigen psychologischen Auswirkungen von LSD auf die Psyche.

Insgesamt 20 gesunde Freiwillige nahmen an dieser Studie teil. Sie erhielten LSD (75 µg, intravenös) bei einer Sitzung und Placebo (Salzlösung, intravenös) bei einer anderen, wobei mindestens 2 Wochen dazwischen lagen.

Verwendete Tests

wald-psychedelisch
Bild: Okan Caliskan

Die akuten subjektiven Auswirkungen wurden mit dem Altered States of Consciousness und dem Psychotomimetic States Inventory (PSI) gemessen. Optimismus wurde mit dem Revised Life Orientation Test, wahnhafte Vorstellungen mit dem Peter’s Delusions Inventory und die Big Five (Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit) wurden mit dem Revised NEO Personality Inventory gemessen (Baseline und zwei Wochen später).

Psychische Auswirkungen

Es zeigte sich, dass LSD robuste psychische Effekte produzierte, einschließlich einer verbesserten Stimmung. Doch die Teilnehmer erreichten auch hohe Werte auf dem PSI (also verstärkte Psychose-ähnliche Symptome).

Optimismus und der Charakterzug Offenheit waren noch 2 Wochen nach der Verabreichung von LSD stärker ausgeprägt (aber nicht unter Placebo), und es gab keine Veränderungen beim wahnhaften Denken.

Schlussfolgerung

Die gegenwärtigen Ergebnisse verstärken die Ansicht, dass Psychedelika psychoseähnliche Symptome hervorbringen können, aber auch das psychologische Wohlbefinden mittelfristig verbessern können, schreiben die Wissenschaftler.

Die Forscher R. L. Carhart-Harris, M. Kaelen, M. Bolstridge vom Fachbereich für Psychologie nehmen an, dass akute Veränderungen in der Stimmung auf eine grundsätzlichere Änderung in der Qualität der Kognition zurückgeht, und dass eine vergrößerte kognitive Flexibilität auf die Serotonin-2A-Rezeptor (5-HT2AR) Stimulation folgt, die eine emotionale Labilität während der Intoxikation fördert und ein Überbleibsel der ‚losgelösten Kognition‘ mittel- bis langfristig zurücklässt, das dem verbesserten psychologischen Wohlbefinden förderlich ist.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Imperial College London, Psychological Medicine – doi.org/10.1017/S0033291715002901; Nov. 2016

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