Persönlichkeitspsychologie Jahreszeit, Augenkontakt

Persönlichkeitspsychologie
Jahreszeit, Augenkontakt

Psychologie-Lexikon

Jahreszeit beeinflusst Persönlichkeit

17.05.2015 Eine Studie der University of Connecticut hat herausgefunden, dass die Persönlichkeit von der Jahreszeit abhängt, in der man geboren wurde.

Tendenzen im Schnitt erkennbar

Diese saisonalen Auswirkungen kommen bei Individuen wahrscheinlich nicht klar zum Ausdruck, aber können tendentiell bei den Persönlichkeitseigenschaften über große Gruppen von zur gleichen Zeit geborenen Menschen erkennbar werden, sagte Mark Hamilton in Comprehensive Psychology.

Laut Hamilton wissen Psychologen schon seit einiger Zeit, dass bestimmte Persönlichkeitseigenschaften mit bestimmten Geburtsmonaten verbunden werden können.

Beispiele

Zum Beispiel tendieren im Januar und Februar geborene Personen zu etwas größerer Kreativität und zu einer Schizophrenie-Diagnose. In ungeraden Monaten geborene Menschen tendieren zu einer ausgeprägteren Extraversion (Extraversion) als jene, die in geradzahligen Monaten geboren wurden.

Zeichen

Traditionelle westliche Astrologie verwendet die Elemente (Wasser, Erde, Luft und Feuer), Zeichendualität (hell/dunkel) und Zeichenqualitäten (kardinal, wandelbar und fix), um diese Wirkungen zu beschreiben und zu kategorisieren. Sie befinden Ende Dezember bis Anfang März als eine „nasse“ Zeit des Jahres und verbinden Nässe mit Kreativität, erklärt Hamilton. „Feste“ Zeichen sollen Sturheit und Ausdauer begünstigen.

Persönlichkeiten von Berühmtheiten

Für seine Analyse sah sich Hamilton einen Datensatz von 300 Berühmtheiten aus Politik, Wissenschaft, öffentlichem Dienst, Literatur, den Künsten und dem Sport an. Er stellte fest, dass die Geburtsdaten der Berühmtheiten dazu tendierten, sich zu bestimmten Zeiten des Jahres zu häufen. „Nasse“ Zeichen waren eher mit mehr Berühmtheiten verbunden, als mit „hellen“ oder „fixen“ Zeichen.

„Psychologen wollen diese astrologischen Zusammenhänge abtun, aber es gibt saisonale Effekte, die wir noch klären müssen“, sagte er.

Hamilton betont: Er behauptet nicht, dass Himmelskörper die wahre Quelle dieser Effekte sind.

Astrologische Zeichen sind einfach nur Werkzeuge, die bei der Berechnung der Zeiten und Muster in der Natur helfen.

Hamilton arbeitet jetzt mit anderen Forschern an einer Analyse von 85.000 Berühmtheiten, die Daten vom 3.000 v. Chr. bis zur gegenwärtigen Ära erfasst. Er sagte, dass die saisonale Auswirkungen auf die Berühmtheiten selbst bei diesem großen Datensatz über Jahrtausende und verschiedene Kulturen hinweg wahr zu sein scheinen.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: University of Connecticut, Comprehensive Psychology; Mai 2015

Augenkontakt und die Persönlichkeit

Der Augenkontakt spielt eine wichtige Rolle bei der Begegnung mit anderen Menschen. Wenn man einander in die Augen sieht, wird automatisch das Signal gesendet, dass die Aufmerksamkeit auf den Anderen gerichtet ist.

Annäherungs- und Vermeidungsmotivation

Blickt die andere Person zurück und stellt den Augenkontakt her, wird ein Kanal für Interaktionen geöffnet. Augenkontakt ist also ein mächtiges soziales Signal, und kann unsere physiologische Erregung steigern.

Frühere Forschungsarbeiten haben nahegelegt, dass Augenkontakt im Gehirn Muster auslösen, die mit einer Annäherungsmotivation in Verbindung stehen. Während die Vermeidung von Augenkontakt Gehirnaktivitäten auslösen, die im Zusammenhang mit einer Vermeidungsmotivation stehen.

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Bild: Tobias Dahlberg

Dies zeige, dass die Aufmerksamkeit von anderen wichtig und wünschenswert ist. Jedoch finden viele Menschen es beunruhigend und verspüren manchmal sogar recht große Angst, wenn andere sie im ‚Blick‘ haben.

Forscher der Universität Dorpat in Estland und der Universität Tampere in Finnland wollten untersuchen, was hinter diesen individuellen psychologischen Unterschieden liegt. Bestimmt die Persönlichkeit wie eine Person auf Augenkontakt reagiert? Können diese Unterschiede anhand der Gehirnaktivität gemessen werden?

Einfluss der Persönlichkeit

„Um diese Hypothese zu testen, führten wir einen Versuch durch, bei dem die elektrische Gehirnaktivität der Teilnehmer aufgezeichnet wurde, während sie eine andere Person ansahen. Diese stellte entweder den Augenkontakt her oder richtete den Blick zur Seite. Wir hatten die Persönlichkeit der Teilnehmer vorher mit einem Persönlichkeitstest erfasst“, sagte Forscherin Helen Uusberg in der Zeitschrift Neuropsychologia.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Persönlichkeit tatsächlich beeinflusst, wie das Gehirn auf die Aufmerksamkeit einer anderen Person reagiert.

Neurotizismus

Der Augenkontakt löste Gehirnaktivitätsmuster der Annäherung bei den Teilnehmern aus, die wenig Punkte bei der Persönlichkeitseigenschaft Neurotizismus erreichten (also geringere neurotische Tendenzen hatten). Neurotizismus ist eine mit Angst und Befangenheit verbundene Persönlichkeitsdimension.

Wenn der Teilnehmer jedoch bei dieser Persönlichkeitsdimension hoch punktete, löste der Augenkontakt ein mit vermeidendem Verhalten verbundenes Gehirnaktivitätsmuster aus. Diese Teilnehmer richteten den direkten Blick eher für einen kurzen Zeitraum auf die andere Person und verspürten angenehmere Gefühle, wenn sie einer Person mit einem abgewandten Blick begegneten.

„Unsere Befunde zeigen, dass sich Menschen nicht nur unterschiedlich fühlen können, wenn sie das Zentrum der Aufmerksamkeit sind, auch ihre Gehirnreaktionen unterscheiden sich. Bei einigen wird das Gehirn durch den Augenkontakt in einen Modus eingestimmt, der die Wahrscheinlichkeit für eine Annäherung und Interaktion mit anderen erhöht. Für andere kann die Wirkung des Augenkontakts diese Wahrscheinlichkeit reduzieren“, sagte Professor Jari Hietanen.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Universität Dorpat, Universität Tampere, Neuropsychologia; Juni 2015

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