PTBS nach sexuellen Übergriffen

75 % der Opfer von sexuellen Übergriffen haben einen Monat später eine PTBS

21.07.2021 Opfer sexueller Übergriffe sollten wissen, dass es normal ist, sich direkt nach dem Übergriff schrecklich zu fühlen, aber dass es vielen innerhalb von drei Monaten besser geht.

Die Zeit nach der Attacke

Eine in der Zeitschrift Trauma, Violence & Abuse veröffentlichte Metaanalyse hat herausgefunden, dass 81 % der Überlebenden sexueller Übergriffe eine Woche nach dem Übergriff signifikante Symptome von posttraumatischem Stress (PTBS) aufwiesen. Einen Monat danach – dem ersten Zeitpunkt, an dem PTBS diagnostiziert werden kann – erfüllten 75 % der Überlebenden sexueller Übergriffe die Kriterien für diese psychische Störung. Diese Zahl sank auf 54% nach drei Monaten und 41% nach einem Jahr.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass der Großteil der Genesung von posttraumatischem Stress in den ersten drei Monaten stattfindet, sagte Hauptautorin Emily Dworkin von der University of Washington School of Medicine. Die Forscher hoffen, dass dies den Betroffenen und Klinikern ein Gefühl dafür gibt, was zu erwarten ist und etwas Hoffnung vermittelt, sagt sie.

Die Autoren schreiben, dies sei die erste Metaanalyse zu den PTBS-Symptomen von Betroffenen im ersten Jahr nach einem sexuellen Übergriff. Ihre Forschung unterstreicht frühere Befunde, wonach PTBS nach einem sexuellen Übergriff häufig und schwerwiegend ist, und sie bietet mehr Details über den Zeitrahmen für die Genesung.

Die Autoren analysierten 22 Studien, die PTBS bei Überlebenden sexueller Übergriffe über einen längeren Zeitraum, beginnend kurz nach dem traumatischen Ereignis, untersucht hatten. Die Studien umfassten insgesamt 2.106 Opfer sexueller Attacken.

Posttraumatische Belastungsstörung

PTBS ist gekennzeichnet durch Symptome wie das Wiedererleben eines traumatischen Ereignisses in Form von Albträumen, aufdringlichen Gedanken oder Flashbacks (Rückblenden); das Vermeidung der Erinnerung an das Ereignis; die Zunahme negativer und die Abnahme positiver Emotionen; Selbstvorwürfe und das Gefühl, angespannt oder nervös zu sein, so Dworkin.

Dworkin sagt, dass Betroffene Hilfe suchen sollten, wenn PTBS-Symptome ihr Leben beeinträchtigen, unabhängig davon, wie viel Zeit seit dem traumatischen Ereignis vergangen ist.

© psylex.de – Quellenangabe: Emily R. Dworkin et al, PTSD in the Year Following Sexual Assault: A Meta-Analysis of Prospective Studies, Trauma, Violence, & Abuse (2021). DOI: 10.1177/15248380211032213

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