Schon bei wenig Alkohol schrumpft das Gehirn

Schon ein Drink pro Tag verringert Hirnvolumen: Studie untersuchte Zusammenhänge zwischen Alkoholkonsum und Volumen der grauen und weißen Substanz

04.03.2022 Die Wissenschaft über starken Alkoholkonsum und das Gehirn ist eindeutig: Die beiden haben keine gesunde Beziehung zueinander. Menschen mit einem hohen Alkoholkonsum weisen Veränderungen in der Gehirnstruktur und -größe auf, die mit kognitiven Beeinträchtigungen (Abbau der Denkfähigkeiten) einhergehen.

In Übereinstimmung mit der früheren Forschungsliteratur fanden die Forscher um Daviet, R., Aydogan, G., Jagannathan, K. negative Zusammenhänge zwischen Alkoholkonsum und Makro- und Mikrostruktur des Gehirns.

Mikro- und Makrostruktur des Gehirns

Insbesondere stand der Alkoholkonsum in einem negativen Zusammenhang mit der Messung des globalen Hirnvolumens, des regionalen Volumens der grauen Substanz und der Mikrostruktur der weißen Substanz. Sie konnten zeigen, dass die negativen Zusammenhänge zwischen Alkoholkonsum und Makro- und Mikrostruktur des Gehirns bereits bei Personen mit einem durchschnittlichen Konsum von nur ein bis zwei Alkoholeinheiten pro Tag zu beobachten sind und mit zunehmendem Alkoholkonsum stärker werden.

Dieser neuen Studie zufolge kann also auch schon ein Alkoholkonsum, den die meisten als gemäßigt bezeichnen würden – ein paar Bier oder Gläser Wein pro Woche, Risiken für das Gehirn mit sich bringen.

Die von einem Team der University of Pennsylvania geleitete Analyse der Daten von mehr als 36.000 Erwachsenen ergab, dass leichter bis mäßiger Alkoholkonsum mit einer Verringerung des Gesamtvolumens des Gehirns verbunden ist.

Schon wenig Alkohol reicht, um das Gehirn zu schädigen

Dieser Zusammenhang wurde umso stärker, je höher der Alkoholkonsum war, sagten die Forscher. Wenn beispielsweise bei 50-Jährigen der durchschnittliche Alkoholkonsum von einer Alkoholeinheit (etwa ein Bier oder ein Wein) pro Tag auf zwei Einheiten ansteigt, sind damit Veränderungen im Gehirn verbunden, die einem Alterungsprozess von zwei Jahren entsprechen. Ein Anstieg von zwei auf drei Alkoholeinheiten im gleichen Alter entsprach einem Alterungsprozess von dreieinhalb Jahren. Das Team berichtete über seine Ergebnisse in der Zeitschrift Nature Communications.

Das Team kontrollierte die Daten auf Alter, Größe, Händigkeit, Geschlecht, Raucherstatus, sozioökonomischen Status, genetische Abstammung und Wohnort. Außerdem wurden die Daten zum Gehirnvolumen um die Gesamtgröße des Kopfes bereinigt.

© Psylex.de – Quellenangabe: Nature Communications (2022). DOI: 10.1038/s41467-022-28735-5

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