Setzen von Fristen zur Vermeidung von Prokrastination?

Studie untersuchte Prokrastination und die Wirkung von Fristen auf die Erledigung von Aufgaben

13.11.2021 Man sagt, Prokrastination sei ein Zeitdieb – tatsächlich sind es die Deadlines (Fristen).

Neue Forschungsarbeiten der Universität von Otago haben ergeben, dass man am besten gar keine Frist setzt, wenn man möchte, dass einem jemand bei etwas hilft. Wenn Sie aber doch eine Deadline setzen, sollten Sie sie zeitnah wählen.

Professor Stephen Knowles von der Otago Business School, Fachbereich für Wirtschaftswissenschaften, und seine Mitautoren untersuchten für ihre in der Zeitschrift Economic Inquiry veröffentlichte Studie die Auswirkungen der Länge der Frist auf die Erledigung von Aufgaben.

Die Studie

Die Wissenschaftler wollten mit ihrer Studie untersuchen, wie sie Wohltätigkeitsorganisationen helfen können, mehr Geld zu sammeln.

Die Ergebnisse sind jedoch auf jede Situation übertragbar, in der jemand eine andere Person um Hilfe bittet. Dies könnte bedeuten, einen Arbeitskollegen um Hilfe zu bitten oder den Partner zu bitten, etwas für einen zu tun, sagt Knowles.

Die Teilnehmer sollten an einer Online-Umfrage teilnehmen, bei der eine Spende an einen wohltätigen Zweck geht. Sie hatten entweder eine Woche, einen Monat oder gar keine Abgabefrist zur Verfügung.

Keine Deadline, eine kurze oder eine lange Frist?

Die Studie ergab, dass die Teilnahme an der Umfrage am geringsten war, wenn eine Frist von einem Monat angegeben wurde, und am höchsten, wenn keine Frist angegeben war.

Keine Deadline und die einwöchige Frist führten zu vielen frühen Antworten, während eine lange Frist den Menschen die Erlaubnis zu geben schien, zu zögern und es dann zu vergessen.

Knowles war nicht überrascht, dass die Angabe einer kürzeren Frist die Wahrscheinlichkeit auf eine Antwort im Vergleich zu einer längeren Frist erhöht. Interessant fand er jedoch, dass sie die meisten Antworten erhielten, wenn keine Deadline angegeben war.

Die Forscher interpretieren dies als Beleg dafür, dass die Angabe einer längeren Frist im Gegensatz zu einer kurzen oder gar keiner Frist die Dringlichkeit zum Handeln aufhebt, die von den Menschen oft empfunden wird, wenn sie um Hilfe gebeten werden, sagt er.

Daher schieben die Menschen die Aufgabe auf, und da sie unaufmerksam sind oder es vergessen, führt das Aufschieben zu einer geringeren Rücklaufquote.

Er hält es für möglich, dass der Verzicht auf die Angabe einer Frist die Teilnehmer zu der Annahme verleitet hat, dass es eine implizite Frist gibt.

Knowles hofft, dass seine Forschungsergebnisse dazu beitragen können, die Zahl der prokrastinierenden Menschen zu verringern.

Viele Menschen prokrastinieren. Sie haben die besten Absichten, jemandem zu helfen, kommen aber einfach nicht dazu, es zu tun.

© Psylex.de – Quellenangabe: Economic Inquiry (2021). DOI: 10.1111/ecin.13042

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